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Jakobskreuzkraut bekämpfen

Wer hat Erfahrung mit der Be­kämpfung von Jakobskreuzkraut auf Wiesendauergrünland? Wel­che Maßnahmen sind geeignet und erlaubt?

 

Antworten (3)

Als wichtigste Bekämpfungsmaß­nahme muss die Samenbildung der Pflanze verhindert werden. Das bedeutet, dass betroffene Flächen spätestens bei Blühbe­ginn gemäht werden müssen. Das gilt auch für die Nachmahd der Weideflächen. Bei Auftreten von Einzelpflanzen ist die me­chanische Bekämpfung durch Ausreißen oder Ausstechen die sicherste und wirksamste Metho­de. Zur eigenen Sicherheit soll­ten Schutzhandschuhe getragen werden, da der Wirkstoff auch über die Haut aufgenommen werden kann. Ist bei flächenhaftem Auftreten ein Ausstechen nicht mehr mög­lich, sollte man einen Schröpf­schnitt oder die Nachmahd erst möglichst spät bei Blühbeginn vornehmen. Bei zu früher Nach­mahd bleiben die Pflanzen zu vital. Untersuchungen aus der Schweiz belegen, dass mit zwei­maliger Schnittnutzung, also je­weiligem Schnitt vor der Blüte, das Jakobskreuzkraut zurückge­drängt werden kann. Diese Beob­achtung bestätigt sich übrigens auch an Straßenböschungen, die zweimal gemäht wurden. Besonders stark ist das Auftre­ten auf Flächen, die langjährig extensiv beweidet werden. Der Ausbreitung des Jakobskreuz­krautes kann hier entgegenge­wirkt werden, wenn die Flächen als Mähweide genutzt werden. Das heißt, dass regelmäßig zwi­schen Mahd und Weide gewech­selt wird. Bei stärkerem Befall ist eine chemische Bekämpfung kaum zu umgehen. Hierzu sollten die Ro­setten etwa 15 cm Wuchshöhe erreicht haben, ein Entwick­lungsstand, der etwa kurz vor der Weidereife erreicht wird. Ein guter Bekämpfungserfolg ist mit 6 l/ha Banvel M zu erreichen. Auch bei guter Wirkung erreicht die Herbizidbehandlung aber selten eine einhundertprozentige Bekämpfung, einzelne Pflanzen oder auch junge Sämlinge kön­nen nach der Behandlung wieder austreiben und so eine erneute Herbizidbehandlung nötig ma­chen. Der beste Bekämpfungser­folg wird mit Simplex erreicht. Vor der Anwendung sollten die Hinweise der Pflanzenschutzbe­ratung erfragt werden. Die wichtigste und nachhal­tigste Maßnahme zur Verhinde­rung der Ausbreitung des Kreuz­krautes ist die Sicherstellung ei­ner dichten Grünlandnarbe ohne Fehlstellen. Findet der Samen keinen offenen Boden, kann er nicht zur Keimung gelangen. Fehlstellen sind daher regelmä­ßig durch Nachsaat zu beheben. Auch nach erfolgreicher chemi­scher Behandlung hinterlässt das absterbende Jakobskreuzkraut eine Lücke in der Grünlandnar­be, in der vorhandener Samen schnell neu zum Keimen gelan­gen kann. Daher ist es unerlässlich, die Bekämpfung stets mit einer Grünlandnachsaat zu kombinie­ren. Am zweckmäßigsten ist die Nachsaat mit Deutschem Weidel­gras, weil es die größte Konkur­renzkraft in der Jugendentwick­lung aufweist. Die empfohlenen Standardmischungen GV garan­tieren, dass die Mischungen kon­kurrenzstarke, ausdauernde Sor­ten enthalten.
Das Landesamt für Landwirt­schaft Umwelt und ländliche Räume, Hamburger Chaussee 25, 24220 Flintbek, Tel: 04347/704-230, Fax: 04347/ 704-702, E-Mail: broschueren@ llur.landsh.de hat dazu vor zwei Jahren eine Broschüre mit 50 Seiten „Umgang mit dem Jakobs-Kreuzkraut – Meiden, Dulden, Bekämpfen“ herausgebracht. Vielleicht ist das Heft noch er­hältlich.
Die nachhaltigste Bekämpfung ist sicher durch sorgfältiges Ausstechen der Pflanzen, am besten nach einem ergiebigen Regen bei aufgeweichtem Boden, möglich. Achtung, wenn größere Wurzelteile im Boden verbleiben (> 1 cm), treibt die Pflanze neu aus. Chemische Bekämpfung ist mit dem selektiven Herbizid Simplex von Dow AgroSciences möglich (2 Liter/ha, auf Wiesen nur nach dem letzten Schnitt anzuwenden). Ein britisches Herbizid namens Barrier H, das recht wirksam sein soll, besitzt in Deutschland keine Zulassung und darf daher nicht vertrieben und verwendet werden.

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