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Agrarkommissar auf der Grünen Woche

Hansen sieht wenig Chancen auf mehr Geld

Seit Dezember 2024 ist Christophe Hansen EU-Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung. So nutzte er die Grüne Woche vor allem, um Bilanz seines ersten Amtsjahres zu ziehen und Ausblicke auf die Ausgestaltung der kommenden Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu geben.

von Silvia Rueß erschienen am 19.01.2026
Pressekonferenz der EU-Kommission: Christophe Hansen, EU-Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung. © Silvia Rueß
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Christophe Hansen, EU-Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung, war auch in diesem Jahr Gast in Berlin und beschreibt bei einer eigens anberaumten Pressekonferenz, dass er das erste Jahr genutzt habe, um Landwirte in allen 27 EU-Staaten zu besuchen und einen Eindruck von ihren Problemen zu erhalten. Nun habe er noch mehr das Ziel, die Landwirtschaft in Europa so aufzustellen, dass sie wirtschaftlich arbeiten und von ihren Produkten leben kann.

Einen Schwerpunkt legte Hansen auf die künftige Gemeinsame Agrarpolitik. Mit Blick auf den aktuellen Haushaltsvorschlag sagt er: „In der künftigen GAP wird die Einkommensstützung für Landwirte gesichert und garantiert sein.“ Knapp 400 Milliarden Euro würden für Landwirtschaft und ländliche Räume zur Verfügung stehen – ergänzt durch Mittel aus dem Wettbewerbsfähigkeits- und Forschungsfonds. Mehr Geld wird es nicht geben, stellt Hansen klar. Zu Degression und Kappung sagt er: „Das Ziel soll sein, dass das Geld bei den Landwirten ankommt, die auf dem Acker stehen und Tiere besitzen“.

Weidepflicht für Ökobetriebe

Bei der Weidepflicht für Ökobetriebe hingegen ist wohl keine Lockerung zu erwarten. Mit der EU-Ökoverordnung aus dem Jahr 1999 sei die Pflicht zur Weide eingeführt worden. Dass es 2026 immer noch nicht alle Ökobetriebe umgesetzt hätten, wird von Hansen bemängelt. Eine Lockerung würde alle benachteiligen, die sich seit Jahren bereits daran halten. „Das wäre nicht gerecht.“ Dennoch: Die EU-Ökoverordnung soll überarbeitet werden. Die Weidepflicht wird aber nicht fallen.

Auch bei der europäischen Nitratrichtlinie soll es Bewegung geben. Hansen sieht die Chance, dass die Nitratrichtlinie von der EU-Kommission geöffnet wird. Es entstehe derzeit vor allem Druck bei Gesetzen, die seit 30 Jahren nicht mehr angepasst wurden. Hier erwartet er eine Aktualisierungswelle.

Abschließend betonte Hansen seine Bemühungen um Bürokratieabbau, fairere Handelsbedingungen und schnellere Zulassungen für Alternativen zu klassischen Pflanzenschutzmitteln.

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