
Landwirtschaft im Stimmungstief
Die Stimmung in der deutschen Landwirtschaft hat sich laut aktuellem Rentenbank-Agrarbarometer weiter verschlechtert. Das Agrar-Geschäftsklima sank von -1,1 auf -2,4 Punkte und verdeutlicht die zunehmende Unsicherheit in der Branche.
von Redaktion Quelle Landwirtschaftliche Rentenbank erschienen am 26.01.2026Besonders der Blick in die Zukunft fällt für viele Landwirtinnen und Landwirte kritisch aus. Trotzdem sind sie bereit, sich weiterzuentwickeln und gezielt in Innovationen zu investieren. Das gesunkene durchschnittliche Investitionsvolumen deutet jedoch darauf hin, dass sich die Betriebe derzeit eher auf Ersatzinvestitionen und kleinere Maßnahmen konzentrieren, anstatt große Projekte umzusetzen. Die Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Situation ist von 1,6 auf -0,1 Punkte gefallen – der niedrigste Wert seit 2022. Positiv werden vor allem die Verkaufspreise für tierische Erzeugnisse und das Ernteergebnis gesehen. Belastend wirken hohe Betriebsmittelpreise und niedrige Verkaufspreise für pflanzliche Produkte. Immerhin schätzen 73 Prozent der befragten Landwirte ihre Lage als befriedigend oder besser ein (vorherige Umfrage: 79 Prozent).
Ausblick fällt eher bescheiden aus
Der Ausblick auf die kommenden zwei bis drei Jahre bleibt verhalten: Die Bewertung der künftigen wirtschaftlichen Lage sank von -3,7 auf -4,6 Punkte. Hauptgrund sind die erwarteten weiter steigenden Betriebsmittelpreise, hohe bürokratische Auflagen und die kritische Einschätzung der Agrarpolitik. Fast die Hälfte (48 Prozent) der Befragten sieht ihre Zukunftsaussichten inzwischen als schlechter oder sehr viel schlechter an (vorherige Umfrage: 38 Prozent).
Investitionstätigkeit weiterhin hoch
Trotz der angespannten Stimmung bleibt die Investitionstätigkeit hoch. In der Dezember-Umfrage gaben 78 Prozent der Landwirte an, in den vergangenen zwölf Monaten investiert zu haben (vorherige Umfrage: 75 Prozent), wenn auch mit etwas geringerem durchschnittlichen Investitionsvolumen. Für die kommenden zwölf Monate planen 62 Prozent der Befragten Investitionen (vorherige Umfrage: 60 Prozent), wobei auch hier das geplante Volumen leicht rückläufig ist.
Fast 80% der Landwirte tätigten im vergangenen Jahr betriebliche Investitionen. In Maschinen der Außenwirtschaft wurde dabei am häufigsten investiert. Agrarbarometer Dezember 2025
Ernährung – ein sicherheitspolitischer Faktor
Für Nikola Steinbock, Sprecherin des Vorstands der Rentenbank, ist Ernährung ein sicherheitspolitischer Faktor – und die Landwirtschaft eine tragende Säule unserer nationalen Sicherheitsarchitektur. Dies werde in den Debatten um Verteidigungsfähigkeit oft übersehen. „Deutschlands Landwirtschaft ist leistungsstark und technologisch kompetent, aber kein Selbstläufer: Ökonomische und strukturelle Herausforderungen, Klimawandel, Digitalisierung und demografischer Wandel setzen die Branche unter Druck“, so Steinbock. Um Unsicherheiten abzubauen und wieder mehr Spielraum für größere Investitionen zu schaffen, brauche es vor allem Planungssicherheit, weniger bürokratische Hürden und echte Wertschätzung.




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