Sind Insektizidbehandlungen gegen Virusvektoren in Wintergetreide sinnvoll?
Die anhaltend warme Herbstwitterung begünstigt grundsätzlich einen Zuflug von Blattläusen und Zikaden in auflaufende Wintergetreidebestände und damit die Übertragung von Viruskrankheiten. Blattläuse treten derzeit wenig auf. Es können jedoch vermehrt Zikaden festgestellt werden. Diese sind sehr mobil und saugen nur kurzzeitig an den Getreidekeimlingen. Dabei können sie das Weizenverzwergungsvirus (WDV) übertragen.
Zur Empfehlung einer Insektizidspritzung gegen Zikaden als Virusvektoren muss gesagt werden, dass gegen diese Tiere wegen ihrer mobilen Verhaltensweise nur geringe Wirkungsgrade erzielt werden können. Die Entscheidung über eine solche Bekämpfungsmaßnahme kann nur vor Ort aufgrund der festgestellten Aktivität der Zikaden gefällt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass warme Südlagen und Bestände, die an ungepflegtes Grünland, Grünstreifen, Bahndämme u.a. angrenzen, stärker durch eine Besiedelung gefährdet sind. Nähere Ausführungen dazu stehen in BWagrar Nr. 39/12.
Quelle: Amtlicher Pflanzenschutzdienst am Regierungspräsidium Stuttgart/Redaktion BWagrar
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