Kongress in Dresden
Neues Leben für alte Obstsorten
Auf dem gut besuchten Kongress zur Deutschen Obstsortenvielfalt in Dresden lag der Fokus darauf, neue Wege zu erschließen, um alte Obstsorten zu erhalten und vielfältig zu nutzen.
- Veröffentlicht am
Ananasrenette, Berliner Schafsnase oder Pommerscher Krummstiel – das sind nur drei der wohlklingenden Namen von weit mehr als 1000 alter Apfelsorten in Deutschland. Sie gilt es zu erhalten, da ihr Erbgut die Schatzkammer ist, die für die Züchtung neuer Sorten benötigt wird. Züchter können sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, denn „die Neuen“ müssen mit veränderte Umweltbedingungen klarkommen und sollen wenig anfällig für Krankheiten sein, um Pflanzenschutzmittel einsparen zu können.
Zu dem mit 160 Teilnehmern gut besuchten Kongress Ende September 2015 in Dresden hatten das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Julius Kühn Institut (JKI) eingeladen. „Der intensive Austausch hat neue Ideen und Perspektiven für die weitere Arbeit aufgezeigt“, freut sich Professorin Viola Hanke, Leiterin des JKI-Fachinstituts für Züchtungsforschung an Obst in Dresden-Pillnitz. Ministerialrat Dr. Ingo Braune (BMEL) resümierte, dass es unerlässlich sei, die Aktivitäten und Konzepte der vielen Akteure aus staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen sowie von Privatpersonen zu bündeln. Der Erhalt und die Dokumentation der obstgenetischen Vielfalt in Deutschland seien für heutige und zukünftige Generationen von unschätzbarem Wert. Es bedürfe allerdings weiterer Anstrengungen und Engagements, die Sortenvielfalt zu dokumentieren oder die Echtheit der Sorten durch Pomologen und moderne Methoden der Molekulargenetik zu belegen.
Zum Thema „Erhaltung alter Obstsorten im deutschsprachigen Raum“ stellten die unterschiedlichen Trägereinrichtungen vielfältige Möglichkeiten zur Erhaltung der alten Sorten vor. Eine Exkursion führte in das JKI-Institut in Dresden-Pillnitz. Dort informierten sich die Teilnehmer zum Stand der Forschung und besuchten die dortige Obstgenbank sowie die Züchtungsquartiere von Apfel, Kirsche und Himbeere. Kulinarisch interessant wurde es beim Thema „Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für alte Obstsorten“. Verschiedene Produkte wurden überzeugend präsentiert und später beim Abendempfang angeboten. Dies galt beispieslweise für Säfte aus Streuobstsorten historischer Apfel- und Birnensorten oder edle Destillate und Liköre aus fast vergessenen Obstsorten.
Drei Workshops thematisierten die schwierige Bestimmung der alten Obstsorten, das so genannte Inverkehrbringen (den Handel) von Pflanzgut alter Obstsorten und behandelten die Netzwerke der Deutschen Genbank Obst.
Weitere Infos zu alten Obstsorten unter www.deutsche-genbank-obst.de
Zu diesem Artikel liegen noch keine Kommentare vor.
Artikel kommentierenSchreiben Sie den ersten Kommentar.