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Feuerbrand

Schweiz testet resistente Bäume im Feldversuch

Feuerbrand ist weltweit die bedeutendste bakterielle Krankheit bei Apfelbäumen. Forscher der ETH Zürich übertrugen mit einer gentechnischen Methode ein Resistenzgen gegen Feuerbrand aus einem Wildapfelbaum in die Sorte Gala. Ein Feldversuch mit diesen Bäumen soll nun ab Frühjahr 2016 am Agroscope-Standort Reckenholz erfolgen. Agroscope will abklären, ob die eingebrachte Resistenz Veränderungen der Sorteneigenschaften bei Gala bewirkt. Das Bewilligungsgesuch hat Agroscope Anfang Oktober beim Schweizer Bundesamt für Umwelt eingereicht.
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Herkömmliche Galabäume (l.) und cisgene Galabäume (r.) im Feuerbrandtest: Die cisgenen Pflanzen besitzen eine höhere Feuerbrandresistenz
Herkömmliche Galabäume (l.) und cisgene Galabäume (r.) im Feuerbrandtest: Die cisgenen Pflanzen besitzen eine höhere FeuerbrandresistenzBroggini, Agroscope
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Das Schweizer Gentech-Moratorium für den kommerziellen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP) gilt noch bis 2017 und soll laut Bundesrat genutzt werden, um Chancen und Risiken der Gentechnik besser kennen zu lernen. Die von Agroscope dafür betriebene Versuchsfläche "Protected Site" bietet Forschenden die Möglichkeit, Freisetzungsversuche mit GVP durchzuführen.

Agroscope plant auf dieser Versuchsfläche ein Forschungsprojekt, um gegen die Pflanzenkrankheit Feuerbrand resistente cisgene Apfelbäume zu untersuchen. Agroscope hat deshalb beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) ein Gesuch für einen entsprechenden Feldversuch eingereicht. Dieser soll, die Bewilligung des BAFU vorausgesetzt, im Frühjahr 2016 starten und bis zu fünf Jahre dauern.

Vergleich der cisgenen mit herkömmlichen Apfelbäumen

Forschende der ETH Zürich fügten bei Apfelbäumen der Sorte Gala mittels einer gentechnischen Methode ein Resistenzgen gegen Feuerbrand ein, das aus einem Wildapfel (Malus x robusta 5) stammt. Dieses Gen kann auch mittels konventioneller Züchtung durch Kreuzen in neue Apfelsorten eingebracht werden. Daher werden die so veränderten Pflanzen als „cisgen" bezeichnet (im Unterschied zu „transgen"). Wäre das Resistenzgen von Malus x robusta 5 durch konventionelle Züchtung eingebracht worden, hätten die daraus hervorgehenden Pflanzen viele zusätzliche unerwünschte Merkmale geerbt, beispielsweise sehr kleine, ungenießbare Früchte. Diese unerwünschten Eigenschaften müssten durch vier bis fünf Rückkreuzungen wieder herausgezüchtet werden. Dieser Prozess kann 20 bis 25 Jahre dauern und ändert die Eigenschaften der Ausgangssorte so, dass daraus eine neue Sorte entsteht. Der Ansatz mit Cisgenetik verspricht hingegen, die Eigenschaften der Ausgangssorte zu erhalten.

Bei Agroscope am Standort in Wädenswil wurden die cisgenen Apfelbäume im Gewächshaus auf die Resistenz gegen Feuerbrand geprüft. Diese Experimente haben gezeigt, dass sie eine hohe Resistenz aufweisen. Im Feldversuch von Agroscope auf der Protected Site soll untersucht werden, ob die cisgenen Pflanzen im Vergleich zu den nicht gentechnisch veränderten Apfelbäumen aus der Kontrolle Veränderungen in ihren morphologischen und physiologischen Eigenschaften zeigen, beispielsweise im Wachstum der Bäume.

Beurteilung von Züchtungstechnologien

Die cisgenen Apfelpflanzen für den geplanten Versuch werden keinen unmittelbaren Nutzen für die Landwirtschaft haben. Sie sind vielmehr Teil der grundlegenden Abklärungen, mit denen Agroscope zur differenzierten Beurteilung von Vor- und Nachteilen neuer Züchtungstechnologien für Nutzpflanzen beitragen will.

 

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