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Für gesunden Boden

In Baden-Württemberg werden 120.000 Hektar Zwischenfrüchte angebaut, das sind 20 Prozent der Ackerfläche. Über Anbau und Funktionen von Zwischenfrüchten referierte Dr. Katharina Weiß vom Landratsamt Tübingen in unserem BWagrar-Online-Seminar in der vergangenen Woche.
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Zwischenfrüchte binden Stickstoff, verbesern die Bodenstruktur und damit die Wasseraufnahmefähigkeit und sie dienen als Nahrungsgrundlage und Lebensraum, zählte Dr. Weiß einige Vorteile auf. Und sie schützen den Boden vor Erosion. Durch die Anerkennung als ökologische Vorrangfläche und die Förderung im FAKT hat der Zwischenfruchtanbau zugenommen, „unsere Landschaft hat sich verändert, im vergangenen Herbst gab es viele blühende Flächen“, so die Beobachtung der Leiterin des Sachgebiets pflanzliche Erzeugung am Landratsamt in Tübingen. Wirtschaftliche Vorteile machen den Anbau für den Landwirt interessant, wie verminderter Stickstoffaufwand, bessere Wasserverfügbarkeit, leichtere Bodenbearbeitung und weniger Pflanzenschutz.
Letzteres ist etwa der Fall, wenn in guten geschlossenen Beständen die Unkräuter unterdrückt oder problematische Unkräuter oder Ungräser wie der Ackerfuchsschwanz reguliert werden können. In Versuchen mit Platzierung von Ackerfuchsschwanzsamen im September wurde festgestellt, dass ohne Bodenbearbeitung im Herbst nur noch drei bis acht Prozent keimfähige Ackerfuchsschwanzsamen gezählt werden, bei einer zwei Zentimeter tiefen Bearbeitung wurden 51 Prozent keimfähige Ackerfuchsschwanzsamen gefunden. Auf Ackerfuchsschwanzstandorten sollte daher die Zwischenfruchtsaat ohne Bodenbearbeitung, etwa Direktsaat oder Mähdruschsaat, durchgeführt werden, plädierte Weiß.
Einsäen und bearbeiten
Ein guter Zeitpunkt für die Aussaat der Zwischenfrüchte ist direkt nach der Getreideernte, da ist der Oberboden leicht feucht. Eine Vegetationszeit von sechs Wochen sollte mindestens zur Verfügung stehen, „jeder Tag zählt und vergrößert den ackerbaulichen Nutzen“, begründete die Referentin. Inzwischen steht eine Vielzahl von Arten zur Verfügung, um die für den Betrieb geeignete Zwischenfruchtmischung zusammenzustellen. Stickstoff sammeln, sicher abfrieren, keine reifen Samen bilden und möglichst kostengünstig sein, das sind einige der Auswahlkriterien.
Einige Eigenschaften der Arten kommen auch durch Zufall ans Licht, berichtete die Referentin: Bei der Saat von Ackerbohnen und Ölrettich fehlte durch eine technische Störung auf einem Teil der Fläche der Öllein und wurde später gesät. Auf dieser Teilfläche waren die Ackerbohnen deutlich größer (Screen­shot), hier konnten die Ackerbohnen ohne die störenden Effekte des Ölleins „durchstarten“.
Für die Behandlung von Zwischenfrüchten stehen verschiedene Verfahren zur Auswahl. Möglich ist das Mulchen oder Grubbern oder das Zerkleinern mit einer Messerwalze. Die Entscheidung hängt auch vom Pflanzenbestand ab. Je üppiger zum Beispiel der Bestand, umso weniger greift die Messerwalze in den Boden. Gute Erfahrungen sind auch mit dem Einsatz einer Scheibenegge und anschließender Maissaat gemacht worden, berichtete Dr. Weiß. „Hier müssen wir noch mehr ausprobieren und Erfahrungen sammeln.“

Die Präsentation und den Mitschnitt des Online-Seminars finden Sie auf hier.

Das nächste BWagrar-Online-Seminar ist am 9. Juni. Thema: Wohin geht die Schweinehaltung?

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