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Schweiz genehmigt Freilandtest

Feuerbrand-Feldversuch mit gentechnisch veränderten Apfelbäumen

Das Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat dem Antrag der Forschungsanstalt Agroscope zu einem Feldversuch mit gentechnisch veränderten Apfelbäumen stattgegeben. Der Test soll bis Ende 2021 laufen. Ausgepflanzt werden Apfelbäume, denen mittels gentechnischer Methoden ein Gen aus einem Wildapfel übertragen worden ist. Dieses Gen verleiht eine Resistenz gegen Feuerbrand.
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Feuerbrand ist die wichtigste bakterielle Krankheit von Apfel- und Birnbäumen. Der Erreger lässt sich nicht mehr ausrotten. Deshalb ist die reine „Feuerbrandbekämpfung" in den letzten Jahren durch das „Feuerbrand-Management" abgelöst worden. Fachleute weltweit sind interessiert an neuen Wegen, um diesem Bakterium entgegenzuwirken - so auch Forschende an der Schweizer Agroscope. Diese Feldversuche mit cisgenen Apfelbäumen sind Teil der grundlegenden Abklärungen, mit denen Agroscope zur differenzierten Beurteilung von Vor- und Nachteilen neuer Züchtungstechnologien für Nutzpflanzen beitragen will. Eine Kommerzialisierung des Materials ist nicht vorgesehen.

Von Apfel zu Apfel

Ziel des Agroscope-Feldversuchs ist es, abzuschätzen, ob man mittels cisgenetischer Veränderung aus einer feuerbrandanfälligen eine feuerbrand-resistentere Apfelsorte erzeugen kann - und zwar ohne andere Eigenschaften der Ausgangssorte zu verändern. Dabei dreht sich alles um das Feuerbrand-Resistenzgen FB_MR5 des Wildapfels Malus x robusta 5. Eine Forschungsgruppe an der ETH Zürich hat dieses Gen in die Apfelsorte Gala Galaxy eingefügt.

Der Versuch wird am Agroscope-Standort in Reckenholz erfolgen mit der Auflage, dass kein Flug von gentechnisch veränderten Pollen stattfinden darf. Agroscope will die cisgenen Bäume mit der unveränderten Ausgangssorte Gala Galaxy und mit weiteren natürlich entstandenen Gala-Typen (Kontrollen) über mehrere Jahre hinweg vergleichen. Im Fokus stehen erstens morphologische Eigenschaften des Baums und die „Blütenresistenz" gegen Feuerbrand, die aber in einem Quarantänegewächshaus überprüft wird. Zweitens werden aus den Blättern aller Pflanzen (cisgene Bäume und Kontrollen) ausgewählte Biomoleküle (RNA, Proteine oder Stoffwechselprodukte) herausgezogen und verglichen. Drittens sollen die Biosicherheitsaspekte der Freisetzung abgeklärt werden, wie zum Beispiel die Wechselwirkung mit ausgewählten Insekten. Als zusätzlichen Beitrag zur Biosicherheitsforschung wird mit nicht gentechnisch veränderten Apfelsorten die Wirkung der Totaleinnetzung dieser Anlage gegen Auskreuzung untersucht. Die wissenschaftlichen Experimente werden im Rahmen eines SNF-Projekts durchgeführt.

Vor- und Nachteile neuer Züchtungstechnologien

Das erwähnte Resistenz-Gen könnte auch mittels konventioneller Züchtung durch Kreuzen in neue Apfelsorten eingebracht werden. Dieser Prozess würde aber 20 bis 25 Jahre dauern und die Eigenschaften der Ausgangssorte so ändern, dass daraus eine neue Sorte entstehen würde. Die Cisgenetik verkürzt diese Zeitspanne deutlich.

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