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Wintereinbruch

Schaden noch nicht zu beziffern

Der Wintereinbruch vergangene Woche mit Schneefall, Graupelschauer und Frostnächten hat im Obstbau zu Schäden geführt. Das Ausmaß lässt sich allerdings erst in einigen Wochen genauer abschätzen.
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Die Blüten durch Beregnung vor Minusgraden zu schützen, ist am Bodensee nur in wenigen Anlagen möglich.
Die Blüten durch Beregnung vor Minusgraden zu schützen, ist am Bodensee nur in wenigen Anlagen möglich. Scheer
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Beim Kernobst ist es noch zu früh, die Schäden durch den Frost der vorigen Woche genau zu beziffern. „In Bavendorf hatten wir vier Grad minus. Den Apfel hat es in der Vollblüte erwischt“, berichtet Dr. Manfred Büchele vom Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee (KOB). Bei näherer Betrachtung der Blüten zeigten sich braune Stempel. Doch ob das den Ertrag schmälert, bleibe abzuwarten, da fünf bis zehn Prozent intakter Blüten immer noch für einen Vollertrag ausreichten, erklärt der KOB-Geschäftsführer. „Vielleicht ist es nicht mal der Frost, der zu ertragsrelevanten Schäden führt. Ursächlich könnte vielmehr die schlechte Witterung der vergangenen Woche sein, während der kein Bienenflug möglich war“, schiebt er nach und meint, dass bis in drei Wochen mehr bekannt sei. Eines dagegen scheint sicher: Den Westteil des Bodensees hat es stärker getroffen als den Ostteil, wo die Temperaturskala gar nicht oder nur wenig unter null gefallen ist.

Birnen mit braunen Früchten

Abwartend gibt sich auch Obstbauberater Matthias Günthör von der Marktgemeinschaft Bodenseeobst, wenngleich er Ertragseinbußen befürchtet. Betroffen ist in erster Linie die neue Birnensorte Xenia, die braune Früchte aufweist. Stärker gelitten haben wohl auch die Apfelsorten Braeburn, Kanzi und Boskoop. „Wie stark eine Anlage frostgeschädigt ist, hängt aber vom Vorjahresertrag, dem Vegetationsstand und der Lage, ob Senke oder Anhöhe, ab“, meint er weiter. Schutz durch Frostberegnung war nur vereinzelt möglich, da derartige Anlagen am Bodensee wenig verbreitet sind. Kaum mit ertragsrelevanten Schäden rechnet Norbert Fischer, der als Berater für die Württembergische Obstgenossenschaft im Neckargebiet unterwegs ist. Noch abzuwarten bleibe, ob sich im späteren Vegetationsverlauf qualitative Mängel durch Frostnasen oder Frostzungen zeigten.
In Erdbeeren sind wohl nur vereinzelt Schäden zu beklagen, da diese in der Regel entweder beregnet wurden oder durch Vliesabdeckung geschützt sind. Größere Sorgen hat Arno Fried vom Landwirtschaftsamt Bruchsal aber beim Steinobst, ob Kirsche, Zwetschge, Pfirsiche oder Aprikosen. „Die Witterung war nach der Bestäubung die ganze Woche viel zu kalt. Beim Steinobst wächst dann der Pollenschlauch eventuell nicht weiter. So können sich keine Früchte entwickeln“, befürchtet er.
Weitaus schlimmer als hierzulande nehmen sich die Schäden in anderen europäischen Anbauregionen aus. Besonders hart hat es die Steiermark getroffen. Dort waren Minusgrade, die nahe am zweistelligen Bereich waren, zu verzeichnen. Zudem hat der Schneefall große finanzielle Verluste verursacht, sind doch durch das Gewicht des Schnees rund die Hälfte der bereits geöffneten Hagelnetze zerrissen und zusammengebrochen. Von Schäden durch den Kälteeinbruch wird auch in Ungarn und Tschechien berichtet.

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