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KOB stellt neue Apfelsorten vor

Apfelmarken weiter auf dem Vormarsch

Das Apfelsortiment ist in Bewegung – mehr denn je. Ein Indiz dafür ist die von Jahr zu Jahr steigende Zahl an Apfel­sorten, die am Kompetenzzentrum Obstbau Bavendorf (KOB) in der Prüfung stehen. Derzeit sind es 290. Das Sortenkarussell hat damit weiter Fahrt aufgenommen.
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Neuheiten aus der Prüfung am KOB Bavendorf konnten beim Sortentreff verkostet werden.
Neuheiten aus der Prüfung am KOB Bavendorf konnten beim Sortentreff verkostet werden.Werner-Gnann
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Während noch vor 20 Jahren versucht wurde, das Sortiment klein zu halten, dieses dann gut zu managen und zu verkaufen, hat sich das mittlerweile ins Gegenteil verkehrt“, stellt Dr. Ulrich Mayr bei der Sortenvorstellung am KOB fest. Nicht ohne Grund. So wird im Kontakt mit Einkäufern des Lebensmitteleinzelhandels immer wieder der Wunsch nach mehr Exklusivität im Apfelangebot laut.

Auf der Suche nach guten Frühsorten


Bei der Sortenvorstellung machte Mayr auf zwei Entwicklungen aufmerksam. Zum einen nehmen gemanagte Sorten weiter zu. So beläuft sich deren Zahl in Südtirol mittlerweile auf 30 Varietäten. Zum anderen rücken Frühsorten immer mehr in den Fokus. Eine davon ist Rave. Die in den USA gezüchtete Sorte wurde in diesem Jahr bereits Ende Juli geerntet und damit zur Reifezeit von Klarapfel. Selbst nach viermonatiger Kühllagerung ist die für das frühe Segment sehr großfrüchtige Sorte mit eher säuerlichem Geschmack noch sehr fest. Auffallend war ein stärkerer Vorerntefruchtfall, der noch beobachtet werden muss.
In Neuseeland schon im Anbau ist Dazzle, eine Kreuzung aus Sweetie x Scired, die mit einem süßen Geschmack besticht und mit Golden Delicious reift. Sie kommt aus dem gleichen Züchterhaus wie Jazz, ist aber nicht so kleinfrüchtig. Ebenfalls dem süßen Segment zuzuordnen ist Envy, eine Marke, hinter der die Sorte Scilate steckt. Shelflife und Geschmack sind gut, Probleme mit der Fruchtgröße gibt es nicht. Auch die Ausfärbung passt. Allerdings reift der ebenfalls aus Neuseeland stammende Markenapfel sehr spät, meist erst mit der zweiten Pflücke Fuji. Probleme gibt es immer wieder durch Berostung. „Auffallend war, dass dies im Frostjahr nicht eintrat“, gibt der Bavendorfer Sortenexperte eine Beobachtung aus der vergangenen Saison weiter. Nicht zufriedenstellend ist auch die Blattgesundheit, was die Behandlung mit Blattdüngern nötig macht.


Apfel an Apfel bei Rockit


Am Bodensee bereits angebaut wird der Snackapfel Rockit, der sehr kleinfallend ist, aber durch einen guten Geschmack besticht. Die Erntemenge war in diesem Jahr überragend. Von den 60 Bäumen am KOB wurden rund 20.000 Früchte geerntet. Daher ist die Sorte im nächsten Jahr auf Alternanz zu beobachten. „Wir hätten ausdünnen müssen, doch wo fange ich bei der Anzahl an Früchten an“, warf der Sortenkundler eine eher rhetorische Frage auf. Wegen der Fruchtgröße ist der Ernteaufwand deutlich höher. Wohl vom Tisch ist angesichts der Diskussion um Plastikverpackungen der ursprünglich geplante Verkauf in Plastikröhren, den Tubes.
Eine Sorte, die bereits im vergangenen Jahr intensiv diskutiert wurde, ist GS66, eine Züchtung von Gerd Sundermeyer. Die Früchte sind groß, die Farbausprägung ist kein Problem, der Geschmack besticht. Nur die Blattgesundheit lässt zu wünschen übrig und im Kühllager wurden Flecken auf den Früchten beobachtet.

Tessa in Südtirol

Eine von vielen Kreuzungen mit Cripps Pink ist Fengapi, die mittlerweile den Markennamen Tessa trägt. Die homogenen Früchte der Südtiroler Züchtung bestechen durch ihr Aussehen, färben gut aus und sind sehr fest. Während im Vorjahr die Fruchtgröße zu wünschen übrig ließ, gab es in dieser Saison keine Probleme.
Aufgrund der anhaltenden Diskussion um den Pflanzenschutz gewinnen schorfresistente Sorten auch in der integrierten Produktion an Bedeutung. Delcored ist eine dieser Neuzüchtungen, die zudem mehltaurobust ist. Die mit Golden Delicoius reifende Sorte mit sehr gutem Ertrag hat mittelgroße bis große Früchte, die gut ausfärben und beduftet sind, was als gelegte Ware ins Auge sticht.
Eher kleinfrüchtig ist die ebenfalls aus Südtirol kommende Nummernsorte UEB 658/1. Sie färbt problemlos aus. „In der Verbraucherverkostung mit Gala hat sie bestens abgeschnitten. Doch es ist schwierig an Bäume zu kommen“, meinte Mayr. Ebenfalls süß sind die Früchte von Kalei bei einer etwas dickeren Schale. Die schorfresistente Sorte kommt aus Australien. Die Größensortierung passt, die Farbe ebenfalls. Geerntet wird sie mit Braeburn.

Rotfleischige Apfelsorten

Interessante Varianten zu den herkömmlichen Sorten sind mittlerweile die rotfleischigen Apfel­sorten geworden. Zwischenzeitlich gibt es auch geschmacklich interessantere Neuheiten als die anfangs sehr säurelastigen Früchte. Zu unterscheiden ist dabei zwischen rotschaligen-rotfleischigen und gelbschaligen-rotfleischigen Sorten. Mit den Nummern R201 und Y101 sind zwei Varianten am KOB in der Prüfung, die im Geschmack durchaus vielversprechend sind.

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