Körnerleguminosen – ist der Anbaurückgang noch zu stoppen?
Die Vorzüge von Körnerleguminosen sind hinlänglich bekannt: Sie liefern unter anderem einheimische eiweißreiche Rohstoffe für die Ernährung von Mensch und Tier, hinterlassen eine gute Bodenstruktur und tragen durch die Einsparung von Düngemitteln aus fossilen Rohstoffen zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen bei. Und dennoch geht der Anbau – auch im ökologischen Landbau – in dramatischer Weise zurück. Allein in Deutschland wurden zur Ernte 2007 nur noch rund 105.000 Hektar Ackerbohnen, Erbsen und Lupinen angebaut, 2001 war die Anbaufläche mit 184.000 Hektar noch fast doppelt so groß. In anderen europäischen Ländern sieht es ähnlich aus.
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Diese Entwicklung nahmen die Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen (VÖL) und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) zum Anlass, zu einer Tagung im nordhessischen Homberg/Efze einzuladen. Dort hatten Landwirte, Berater, Wissenschaftler, Politiker und Vertreter von Verbänden die Gelegenheit, sich über Märkte, Züchtung, Einsatzmöglichkeiten in der Fütterung und neuere Entwicklungen im Ackerbau zu informieren und ihre Erfahrungen auszutauschen. Dass der Anbau von Körnerleguminosen auch eine agrarpolitische Dimension hat, machte die Übersicht von Eckhard Engert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) deutlich: 70 Prozent des in der Tierernährung benötigten pflanzlichen Eiweißes...