
100 Jahre die Welt in Berlin
Die Grüne Woche in Berlin feiert 100 Jahre. Für die Besucherinnen und Besucher steht wieder eine kulinarische Weltreise auf dem Programm sowie Landwirtschaft zum Anfassen. Für die Landwirtinnen und Landwirte steht auch zur Jubiläumsausgabe der politische Austausch im Vordergrund.
von Silvia Rueß erschienen am 14.01.2026Im Januar 1926 öffnete die erste Grüne Woche als Warenmesse für Landwirtschaft und Gartenbau auf dem Berliner Messegelände ihre Tore. 100 Jahre später gilt sie als wichtigste Leitmesse für die Landwirtschaft im deutschsprachigen Raum.
„Wir feiern Jubiläum“, freuen sich auch Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes e. V. (DBV), Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), und Dr. Mario Tobias, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin GmbH, bei der Eröffnungspressekonferenz in Berlin. Aus einer landwirtschaftlichen Ausstellung habe sich die Grüne Woche zur internationalen Leitmesse für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau entwickelt und ist heute ein zentraler Treffpunkt für Wirtschaft und Politik, so der Tenor.
Rukwied betonte, dass die Grüne Woche für die deutsche Landwirtschaft eine herausragende Bedeutung habe. „Sie ist das Davos der Landwirtschaft“, so der DBV-Präsident in der Pressekonferenz. Hier werde mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft diskutiert, wie sich die Landwirtschaft in den kommenden Jahren sowohl national als auch international entwickeln werde.
Rukwied zeigt sich zudem sicher, dass Ernährungssicherung die Grundlage für eine politisch starke Demokratie ist. „Wir werden den Menschen und der Politik vermitteln, was nötig ist, um eine stabile und zuverlässige Versorgung mit hochwertigen heimischen Lebensmitteln in Deutschland zu erhalten“, so der DBV-Präsident. Zudem könnten die deutschen Landwirtinnen und Landwirte wertvoller Teil der Lösung in Klimafragen sein.
„Seit 100 Jahren begleitet und gestaltet die Grüne Woche den Wandel von Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau“, bestätigt Dr. Mario Tobias, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin GmbH. Als internationale Leitmesse schaffe sie wichtigen Raum für Austausch, Innovation und Dialog.
Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), betonte, dass die Grüne Woche ein Ort der Innovation, der Vielfalt und der Zukunft des Geschmacks sei. Auch 2026 demonstriere sie den Besuchern die Leistungsstärke und Kreativität der Ernährungsbranche. „Diese 100 Jahre Grüne Woche sind ein Beleg der Zuversicht“, ist Minhoff überzeugt.

Landwirtschaft zum Anfassen
Im Jubiläumsjahr präsentieren auf dem Berliner Messegelände rund 1600 Aussteller aus über 50 Ländern ihre Produkte, Ideen und Trends – auf größerer Fläche, mit einer breiteren Beteiligung der Bundesländer und einer starken internationalen Präsenz.
Auf dem ErlebnisBauernhof in Halle 3.2 gibt der DBV unter dem Motto „Ernährung sichern. Natur schützen.“ praxisnahe Einblicke in die moderne Landwirtschaft. Besucherinnen und Besucher erfahren aus erster Hand, was Erzeugerinnen und Erzeuger umtreibt.
Ein Anziehungspunkt besonders für Familien ist die Tierhalle 25. Besucherinnen und Besucher treffen dort auf landwirtschaftliche Nutztiere wie Rinder, Schafe, Ziegen und Alpakas. Wie arbeiten Landwirte heute? Vor welchen Herausforderungen stehen sie und welche Innovationen helfen ihnen weiter?
Wer ökologisch wirtschaftende Höfe kennenlernen möchte, wird in der Bio-Halle 22a fündig. Dort stellen sich neben Erzeugerverbänden auch Teilnehmende des Bundesprogramms Ökologischer Landbau vor, darunter Bio-Winzer und -Landwirte aus unterschiedlichen Regionen.
Kulinarische Weltreise
An einem Tag (fast) ganz Deutschland entdecken? Das geht nur auf der Grünen Woche. 13 Bundesländer zeigen ihre kulinarischen Spezialitäten. Neben Klassikern nehmen viele Aussteller die Grüne Woche auch für Experimente zum Anlass. Partner der diesjährigen Grünen Woche ist Mecklenburg-Vorpommern, welches in Halle 5.2 ein extra für die Messe kreiertes Glühweinbrot vorstellt.
Doch auch weiter entfernte Länder und Kulturen lassen sich auf der Grünen Woche entdecken. Es gibt Kaffee aus Südamerika, saftige Thai-Mangos, würzigen Schweizer Käse und polnische Pierogi. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Viele Länder nutzen die Grüne Woche, um ihre Tourismus-Regionen vorzustellen. Ob Karibik oder Kaukasus, Besucherinnen oder Besucher finden auf der Messe Inspirationen für ihr nächstes Reiseziel.
An das 100-jährige Jubiläum der Messe erinnert in diesem Jahr vor allem die Blumenhalle, die ganz den Goldenen 20er-Jahren gewidmet ist.
Die Grüne Woche findet vom 16. bis 25. Januar 2026 statt und hat täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Am zweiten Freitag (23.01) von 10 bis 20 Uhr.
Die Tageskarte kostet 18 Euro (online 17 Euro). Eine Dauerkarte kostet 48 Euro. Barzahlung vor Ort ist nicht möglich.









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