Polen: Geflügelsektor wegen Umweltverschmutzung in der Kritik
In einer kürzlich durchgeführten Studie wurde in der Nähe einer Geflügelfarm in Polen eine überhöhte Menge an Breitbandantibiotika im Boden und im Wasser festgestellt.
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Wie das Magazin Poultry World berichtet, haben Wissenschaftler der Universitäten Ermland und Masuren herausgefunden, dass ein Geflügelbetrieb starke Umweltverschmutzungen verursacht hat, die sowohl den Boden als auch das Grundwasser beeinträchtige. Sieben Medikamente sollen bei Messungen im Grundwasser nachgewiesen worden sein. Darüber hinaus behaupteten die Wissenschaftler, dass sie Antibiotika in lokalen Trinkwasserquellen der Bevölkerung identifiziert hätten.
Basierend auf ihren Ergebnissen kritisierten die Wissenschaftler die Art und Weise, wie die Geflügelindustrie in Polen arbeitet. Sie behaupteten, dass nicht jedem bewusst sei, dass die Geflügelproduktion die Umwelt in einem viel größeren Ausmaß belastet als die Produktion anderer Arten von Lebensmitteln. Die Wissenschaftler zitierten zudem eine Studie der Universität Warschau, in der festgestellt wurde, dass der Phosphorgehalt im Boden in der Nähe einer Geflügelfarm 2,5-mal höher sei als der Durchschnitt für Böden in Polen.
Geflügelzüchter protestieren
Der Polnische Fleischverband, eine Organisation, die die größten Geflügelunternehmen vereint, wehrt sich gegen die Schlussfolgerungen. Eine einzelne Analyse, die auf Proben aus einem nicht identifizierten Reservoir basiere, sollte nicht wie objektive und zuverlässige wissenschaftliche Studie behandelt werden. Es sei skandalös, Behauptungen zu formulieren, die auf dem zufälligen Ergebnis eines einzelnen Tests eines kleinen Betriebes beruhen und diesen als repräsentativ für den gesamten Geflügelsektor in Polen zu betrachten, betonte der Fleischverband.
Als EU-Mitgliedstaat halte sich Polen strikt an die EU-Vorschriften, erklärte der Fleischverband und betonte, dass die Einhaltung der Veterinär- und Hygienevorschriften streng überwacht wird und der gesamte Geflügelsektor für zuverlässige wissenschaftliche Forschung offen ist.