Weichen für Bioökonomiepolitik gestellt
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Eine nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise schützt Klima und Umwelt, aber garantiert auch künftigen Wohlstand. Deshalb setzt Deutschland auf den Ausbau der Bioökonomie. „In der Bioökonomie steckt Zukunft – vor allem auch für die Land- und Forstwirtschaft. Als zentrale Rohstoffproduzenten sind unsere Bauern tragenden Säulen der Strategie. Denn während wir viele fossile Rohstoffe importieren müssen, wachsen die erneuerbaren bei uns um die Ecke: Auf unseren Wiesen, Äckern und in den Wäldern", betont Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. „Reifen aus Löwenzahn, Autotüren aus Hanffasern oder Gummistiefel aus Mais. Das sind nur einige Beispiele, die das Potenzial und die Praxisnähe in der Forschung verdeutlichen. Durch die Entwicklung der jetzigen Gesamtstrategie können wir bei der Entwicklung und Umsetzung solcher Vorhaben nun noch besser unterstützen, Prozesse und handelnde Akteure besser verzahnen. In einem Bioökonomierat wollen wir unter Einbindung der Gesellschaft zudem die Grenzen und Zielkonflikte der Bioökonomie diskutieren. So darf der steigende Bedarf nach nachwachsenden Rohstoffen etwa nicht zu einer Gefährdung der Ernährungssicherung führen“, so die Ministerin.
Nachhaltig in Kreisläufen handeln
Kernziel der Nationalen Bioökonomiestrategie ist eine nachhaltige, kreislauforientierte und innovationsstarke deutsche Wirtschaft. Die neue Strategie setzt den Rahmen für den erfolgreichen Ausbau der Bioökonomie in den nächsten Jahren. Im Fokus der künftigen Forschungsförderung stehen die Erweiterung biologischen Wissens und die Nutzung biologischer Verfahren und Systeme. In Verbindung mit der Digitalisierung und Spitzentechnologien über alle Disziplinen hinweg sollen neue Potenziale für eine nachhaltige Wirtschaft erschlossen werden. Gleichzeitig können mehr biogene Rohstoffe für die Industrie zur Verfügung gestellt werden. Sie werden fossile Rohstoffe ersetzen und neue nachhaltige Produkte schaffen.
Um biogene Rohstoffe effizient zu erhalten, sind neue Konzepte für eine kreislauforientierte Nutzung wichtig. Aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften sind nachwachsende Rohstoffe für Kreisläufe besonders geeignet und sollen so den Verbrauch an Ressourcen verringern. Um die Entwicklung einer nachhaltigen Bioökonomie auch international zu stärken, sollen die enge Verzahnung mit der Wirtschaft und länderübergreifende Kooperationen ausgebaut werden. Damit die Bioökonomie zum Tragen kommt, muss sie aber vor allem gesellschaftlichen Anforderungen und Bedürfnissen entsprechen. Daher ist es wichtig, eine offene Diskussion zu führen und alle gesellschaftlichen Gruppen einzubinden. Deshalb ist Bioökonomie das Thema des Wissenschaftsjahres 2020.
Bauernverband: Nutztierhaltung einbinden
„Der Deutsche Bauernverband unterstützt das Ziel der heute vom Bundeskabinett verabschiedeten Bioökonomiestrategie, Ökonomie und Ökologie für ein nachhaltiges Wirtschaften zu verbinden. Das Ziel der Dekarbonisierung erzwingt den Einstieg in die Bioökonomie. Wir gehen davon aus, dass die landwirtschaftlichen Stoffkreisläufe bei der Umsetzung dieser Strategie eine zentrale Rolle spielen werden", erklärte der Generalsekretärs des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, in einer ersten Stellungnahme. Er erinnerte gleichzeitig daran, dass zur Umsetzung auch die in der Strategie ausgeblendeten Fragen zur landwirtschaftlichen Nutztierhaltung gehörten, die derzeit einen wichtigen Teil dieser Kreisläufe darstellt. Der Deutsche Bauernverband setze auch darauf, dass die Nationale Bioökonomiestrategie über Forschung und Innovation einen Beitrag für eine konstruktive gesellschaftliche Diskussion über eine moderne und zukunftsfähige Landwirtschaft leisten werde, so Krüsken.
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