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Landwirtschaftsdialog im Ministerium

Runder Tisch mit dem Handel

Vertreter der Bauernverbände und des Einzelhandels sowie des Handelsverbands haben sich zum Spitzengespräch im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz getroffen. Auf der Tagesordnung standen die aktuellen Markt- und Preisentwicklungen.

von Ministerium Ländlicher Raum erschienen am 13.01.2026
Austausch im Ministerium Ländlicher Raum: Vertreter aus Landwirtschaft und Handel tauschen sich aus. © Ministerium Ländlicher Raum Baden-Württemberg (MLR)
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Landwirtschaftsminister Peter Hauk MdL hatte bereits vor Weihnachten angekündigt, dass er alsbald zum gemeinsamen Gespräch zwischen Vertretern des Einzelhandels, des Handelsverbands und der Bauernverbände einladen will. Anfang der Woche hat das Treffen nun stattgefunden, bei dem Hauk zum Einstieg darauf aufmerksam machte, dass Landwirtinnen und Landwirte von der Arbeit, ihren Produkten leben können müssten. Im Sinne des Strategiedialogs Landwirtschaft sei es daher wichtig, gemeinsam an einem Tisch miteinander zu sprechen und nach besten Lösungen zu suchen.

„Es ist insbesondere hinsichtlich der aktuellen Markt- und Preisentwicklungen sowie der oftmals emotionalen öffentlichen Diskussionen dazu wichtig, sich dieses komplexen Themas mit gebührender Tiefe anzunehmen. Die einfache Lösung in diesen komplexen Marktfragen gibt es nicht. Wir waren und sind uns jedoch einig, dass es unser gemeinsames Ziel sein muss, dass jeder Akteur auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette auskömmliche Preise erzielen kann. Jeder Akteur auf jeder Stufe der Wertschöpfung trägt dabei ein besonderes Maß an Verantwortung. Die landwirtschaftlichen Erzeugerinnen und Erzeuger, die Hersteller und Verarbeiter sowie der Handel sind dabei ebenso Teil dieser Verantwortungsgemeinschaft wie die Verbraucherinnen und Verbraucher“, so Peter Hauk MdL im Nachgang des Spitzengesprächs zum Thema Erzeugerpreise.

Kein Verramschen von Lebensmitteln

„Die Initiative des Ministeriums, alle relevanten Akteure an einen Tisch zu bringen, ist ein wichtiger Schritt. Die Lage ist für viele Betriebe äußerst angespannt, der wirtschaftliche Druck nimmt zu. Umso bedeutsamer ist das klare Bekenntnis des Lebensmitteleinzelhandels, die im Strategiedialog vereinbarten Selbstverpflichtungen umzusetzen. Sie dürfen kein Papier für die Schublade bleiben. Die heutigen Gespräche verliefen sehr sachlich und konstruktiv. Die Analyse der Marktgegebenheiten ist notwendig. Ebenso wichtig ist auch das Bewusstsein für den Wert unserer Erzeugnisse. Hochwertige Lebensmittel wie Butter dürfen nicht verramscht werden. Unser Ziel sind Rahmenverträge, die sich an fairen Erzeugerpreisen orientieren. Wir wünschen uns, dass der Handel auch ein Gespür dafür entwickelt, mit welcher Leidenschaft und wie viel Emotion unsere Landwirtinnen und Landwirte ihre Erzeugnisse herstellen. Diese Wertschätzung muss sich am Ende auch im Preis widerspiegeln“, lautet das Fazit des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes.

Gemeinsame Punkte festgezurrt

Das Spitzengespräch im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz fand in offener und konstruktiver Atmosphäre statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekannten sich zu einer fairen Marktpartnerschaft und haben sich zu folgenden Punkten verständigt, in deren Mittelpunkt auch die Einhaltung des Kartellrechts steht:

  • Starkes Bekenntnis zum Vorrang regionaler Produkte im Handel.
  • Stärkung der Absatzförderung für Ware aus den Qualitätsprogrammen des Landes (Qualitätszeichen Baden-Württemberg, QZBW, und Biozeichen Baden-Württemberg, BIOZBW)
  • Vermehrte Listung und sichtbare Platzierung von Ware aus den Qualitätsprogrammen des Landes.
  • Verstärkte Bewerbung der Qualitätsprogramme bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern.
  • Prüfung und Ausbau privatwirtschaftlicher Rahmenverträge und/oder Vereinbarungen auf den verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette für regionale Produkte.
  • Appell an die Verbraucherinnen und Verbraucher, bewusst zu regionalen Produkten zu greifen.
  • Zeitnahe Entwicklung eines Prozesses durch den Marktbeirat, Erzeugerpreise transparenter zu machen, um damit verlässlich beidseitig gute Rahmenbedingungen zu schaffen.
„Die Entwicklung der Erzeugerpreise ist für viele Betriebe existenzbedrohend.“ Joachim Rukwied, Präsident des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg

„Gespräche wie das heutige bestätigen uns in unserem baden-württembergischen Weg. Diese sollten auch auf der Ebene des Bundes und der EU im Sinne und zum Erhalt der Landwirtschaft geführt werden. Wir in Baden-Württemberg setzen gemeinsam auf eine regionale Produktion und Erzeugung. Insbesondere die Sichtbarmachung wertschätzender Partnerschaften in der gesamten Wertschöpfungskette ist uns allen ein wichtiges Anliegen. Diese Sichtbarkeit und Transparenz wollen wir auch in dem im vergangenen Jahr eingerichteten Marktbeirat fortsetzen. Ich freue mich sehr, dass Handel und Erzeuger bereit sind, sich dort einzubringen“, betonte Minister Hauk.

Die Gesprächspartner bekannten sich zudem zum gemeinsamen Ziel, eine angemessene und faire Bezahlung für landwirtschaftliche Erzeugnisse zu ermöglichen und für mehr Verlässlichkeit und Verbindlichkeit in regionalen Wertschöpfungsketten zu sorgen.

Starke, regionale Landwirtschaft

„Es ist richtig und wichtig, dass auf Initiative von Minister Peter Hauk alle Beteiligten in einem offenen und konstruktiven Austausch an einem Tisch zusammengekommen sind. Denn klar ist: Die Entwicklung der Erzeugerpreise ist für viele Betriebe existenzbedrohend. Entscheidend ist nun, dass dem gemeinsamen Bekenntnis zu einer fairen Marktpartnerschaft auch konkrete Taten folgen. Dazu gehören ein klares Bekenntnis zum Vorrang regionaler Produkte im Handel, eine deutlich stärkere Bewerbung heimischer Produkte bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie der Ausbau verbindlicher, privatwirtschaftlicher Rahmenverträge entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wertschöpfung muss auch wieder auf den Höfen stattfinden. Gerade in Zeiten, in denen intensiv über Ernährungssicherheit und Notfallversorgung gesprochen wird, brauchen wir eine starke, regionale Landwirtschaft“, sagt Joachim Rukwied, Präsident des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg.

„Uns allen muss klar sein, wenn ein landwirtschaftlicher Betrieb einmal aufhört, wird dieser auch nicht wieder anfangen. Wenn dies der Fall ist, zahlen wir am Ende alle drauf. Gerade in Zeiten, in denen wieder viel über Ernährungssicherheit und Notfallversorgung gesprochen wird, brauchen wir landwirtschaftliche Produktion, brauchen wir eine Landwirtschaft, die regional und vor Ort erzeugt. Daher ist es uns wichtig, dass wir gemeinsam auch weiter an Lösungen und Konzepten arbeiten, wie wir Verbraucherpreise, Erzeugerpreise, Nachhaltigkeit und Ökonomie in Einklang bringen. Daher setzen wir in Baden-Württemberg weiterhin auf Partnerschaft, Verlässlichkeit und ein faires Miteinander“, betonte Minister Hauk.

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