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Grüne Woche Digital

DBV-Fachforum: Wolf oder Weidetier - wer soll überleben?

Im Rahmen der Grünen Woche Digital wurde heiß diskutiert über die Frage, was für das Überleben der Weidetierhaltung notwendig ist, wenn die Zahl der Wölfe weiter ansteigt. Die Vertreter der Weidetierhalter forderten vollständige Entschädigungen von Wolfsrissen, eine Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht und eine größere Wertschätzung ihrer Arbeit und der Weidetierhaltung.
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"Bei inzwischen allein in Brandenburg 47 Rudeln mit 8-10 Wölfen sind ein aktives Wolfsmanagement und ein Eingreifen in die Wolfsbestände unbedingt voranzubringen", sagte Henrik Wendorff, der Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg. Er eröffnete damit die vom Deutschen Bauernverband organisierte Wolfsdiskussion im Rahmen der aktuellen Grünen Woche. Die Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes, die den Abschuss von bereits übergriffig gewordenen Wölfen erleichtert, begrüßte Henrik Wendorff, sie sei allerdings nur ein erster Schritt und bedürfe aktiver Umsetzung.

Im Laufe der Diskussion kamen Vertreter der verschiedenen Weidetierhalterverbände zu Wort und schilderten die Sicht der Praktiker zur Wolfsituation in Deutschland. Alfons Gimber forderte stellvertretend für die Schaf- und Ziegenhalter fortschrittlichere Entscheidungen der Politik. Bernhard Feßler von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung wies anschließend darauf hin, dass durch Wolfsrisse nicht nur materieller Schaden entstehe. Er beschrieb eindrücklich die große Trauer einer Familie, wenn sie ihr vom Wolf gerissenes Pferd tot auf der Weide finden muss. Dr. Till Masthoff vom Bundesverband Rind und Schwein stellte heraus, wie wichtig die Weidetierhaltung für die Landschafts- und Küstenpflege sei. Die Tierhalter äußerten allesamt den Wunsch nach höherer Wertschätzung der Weidetierhaltung und einer raschen und hundertprozentigen Erstattung von Schäden durch Wolfsrisse und von Kosten durch Herdenschutzmaßnahmen. Zudem forderten sie eine Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht und damit eine rasche Entnahme von reißenden Wölfen.

Sowohl die Zuschauer als auch die Referenten interessierten sich für die laufenden und geplanten Maßnahmen der Politik. Dazu erklärten Josef Tumbrinck vom BMU und Dr. Axel Heider vom BMEL, dass derzeit in Zusammenarbeit mit den Ländern und den Tierhalterverbänden an einem Praxisleitfaden gearbeitet werde. Dieser wird im Mai fertiggestellt sein. Darin sollen Definitionen von Begriffen wie zum Beispiel "Übergriff" formuliert werden und es soll beschrieben werden, was ein Tierhalter vorbeugend gegen den Wolf unternehmen kann. Auch soll der Abschuss von Wölfen klar geregelt werden. Zum Schluss wiesen sie auf das kürzlich eingeführte Kompetenzzentrum Weidetierhaltung und Wolf hin, das länderübergreifend die Wolfsituation dokumentieren und Weidetierhalter beraten soll.

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