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Dialog- und Demonstrationsprojekt

F.R.A.N.Z. bewährt sich

Das seit drei Jahren laufende Dialog- und Demonstrationsprojekt F.R.A.N.Z. (Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft) zur Entwicklung effizienter Naturschutzmaßnahmen und Bewirtschaftungskonzepte erzielt auch ökologische Erfolge. Die positiven Entwicklungen zeigten, dass sich der fruchtbare Dialog zwischen Landwirtschaft und Naturschutz auszahle. Um in die bundesweite Umsetzung und Übertragung der F.R.A.N.Z.-Maßnahmen zu kommen, brauche es nun die politischen Rahmenbedingungen, stellen die Projektkoordinatoren der Umweltstiftung und des Deutschen Bauernverbandes fest.

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Im F.R.A.N.Z.-Projekt entwickeln und erproben Landwirte und Wissenschaftler*innen gemeinsam Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. Die ersten drei Jahre zeigen, dass der Dialog auf Augenhöhe bei Landwirten die Akzeptanz und Motivation gegenüber der Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen deutlich steigert. Die umgesetzten F.R.A.N.Z.-Maßnahmen erhalten einerseits die Wirtschaftlichkeit der Betriebe und wirken nachweislich positiv auf die Artenvielfalt bei Tieren, Pflanzen und Insekten. Nach Erkenntnissen der sozioökonomischen Begleitforschung bedarf eine Umsetzung biodiversitätsfördernder Maßnahmen in der Fläche zunächst ausreichende finanzielle Anreize für Landwirte und gleichzeitig den Abbau von Hemmnissen. Insbesondere für Betriebe auf Gunststandorten stellen die bestehenden Prämien oft keinen Anreiz dar. Durch eine individuelle Beratung der Landwirte bei der Maßnahmenumsetzung werden die Auflagen praxisgerecht und unter Berücksichtigung regionaler Gegebenheiten angepasst, ohne dabei die ökologische Wirkung der Maßnahmen zu gefährden. Hier bewährt sich die individuelle und fachliche Betriebsberatung des F.R.A.N.Z.-Projekts und erweist sich als notwendig für die erfolgreiche Übertragung der Maßnahmen. Mehr Flexibilität in der praktischen Umsetzung wird künftig der Sorge der Landwirte vor Kontroll- und Sanktionsrisiken begegnen, um die Akzeptanz für Naturschutzmaßnahmen zu steigern.

Auch hinsichtlich der ökologischen Wirkung der F.R.A.N.Z-Maßnahmen ziehen die Wissenschaftler*innen eine erste positive Zwischenbilanz. So konnten durchschnittlich zwei für Agrarlandschaften charakteristische Vogelarten, welche aufgrund ihrer Lebensraumansprüche indirekt die Landschaftsqualität anzeigen, wieder oder neu etabliert werden. Insbesondere die Feldlerche profitiert von den F.R.A.N.Z.-Maßnahmen. Die Kombination geeigneter Maßnahmen führt auf gesamtbetrieblicher Basis zu einem Anstieg der Feldlerchendichte um etwa 50 Prozent. Herauszustellen ist die F.R.A.N.Z.-Maßnahme Extensivgetreide. Hier wird bei der Feldlerche im Vergleich zu Wintergetreide eine fünffache und gegenüber Maisflächen eine 7,5-fache und selbst gegenüber Sommergetreide eine etwa 2,5-fache höhere Dichte festgestellt. Auch für Wildkräuter erschließt das Extensivgetreide neue Räume: hier ist die Artenvielfalt von Wildkräutern fast doppelt so groß und ihr Anteil viermal höher als in normalen Getreidebeständen. Der Artenreichtum von Ackerwildkräutern ist in einjährigen Brachen um 250 Prozent und in Blühstreifen um ca. 190 Prozent höher als in den Kontrollflächen. Auf den Blühstreifen werden viermal mehr Tagfalter beobachtet mit einer doppelt so hohen Artenvielfalt wie gegenüber konventionell bewirtschaftetem Ackerland. Ebenfalls hat sich über alle Betriebe gemittelt die Dichte der Feldhasen im Laufe der ersten Projektphase von sechs Feldhasen auf etwa zwölf Feldhasen pro 100 Hektar verdoppelt.

Weitere Information unter www.franz-projekt.de.

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