Die Buchen im Wald leiden
Waldbesitzer und Forstleute in Baden-Württemberg stellen aktuell massive Schäden bei Buchen fest. Sie treten als "Folge der drei vergangenen trocken-heißen Jahre nun verstärkt zutage", stellte Landwirtschaftsminister Peter Hauk dieser Tage in Stuttgart fest.
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In diesem Jahr seien bis Ende April bereits rund 170.000 Kubikmeter Buchen-Schadholz eingeschlagen worden, während es im gesamten vergangenen Jahr rund 220.000 Kubikmeter gewesen seien. Besonders starke Schäden seien im nördlichen Teil der Regionen Rhein-Neckar, Mittlerer Oberrhein, Nordschwarzwald, Stuttgart und Heilbronn-Franken auf flachgründigen Standorten mit geringer Wasserspeicherung zu verzeichnen. Vor allem ältere Buchen, die weniger vital und anpassungsfähig sind, seien von den Schäden betroffen. Die Buche ist nach Zahlen der Bundeswaldinventur 3 mit einem Anteil von rund 22 Prozent nach der Fichte die zweithäufigste Baumart in Baden-Württemberg.
„Die Trockenschäden sind direkte Folgen des Klimawandels. Dabei können die absterbenden Bäume auch eine Gefahr für die Waldbesucher darstellen. Dürre Äste und Kronenteile können herabfallen, ganze können Bäume umstürzen“, erklärte der Minister. Deshalb würden geschädigte Bäume überwiegend entlang von Verkehrswegen, Erholungseinrichtungen und weiterer Infrastruktur zum Schutz der Menschen gefällt. Zur eigenen Sicherheit seien Waldbesucherinnen und Waldbesucher gehalten, beim Waldbesuch aufmerksam zu sein und gegebenenfalls erforderliche Absperrungen unbedingt zu beachten.
„Wo möglich und sinnvoll, wird ökologisch wertvolles Totholz zur weiteren Stärkung der Biodiversität in den Wäldern belassen“, betonte Forstminister Hauk. So werde den Belangen der erholungsuchenden Bevölkerung und des Artenschutzes gleichermaßen Rechnung getragen.
Mit der im Juli 2020 vorgestellten Verwaltungsvorschrift ‚Nachhaltige Waldwirtschaft‘ unterstütze das Land die Waldbesitzer bei der Schadensbewältigung neben einer fundierten Beratung auch finanziell. Im Zentrum der Fördermaßnahmen stehe die Aufarbeitung von Schadholz und die Wiederbewaldung. Ziel seien klimastabile Mischwälder mit standortangepassten Baumarten.
Privatwaldbesitzer seien gehalten, nicht unüberlegt an die Schadholzaufarbeitung heranzugehen. „Die Aufarbeitung von dürren Laubbäumen ist sehr gefährlich und gehört in die Hände von Profis mit den entsprechenden Maschinen. Bei der Aufarbeitung von geschädigten Bäumen passieren immer wieder teils schwere Unfälle. Hier geht Sicherheit vor Schnelligkeit“, betonte Minister Hauk. Ansprechpartner für Privatwaldbesitzer für Beratungsleistungen seien die jeweils zuständigen unteren Forstbehörden bei den Stadt- und Landkreisen sowie die Försterinnen und Förster vor Ort oder die Vereinigungen der Waldbesitzer.
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