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Reduktion von Pflanzenschutzmitteln

Land legt neuen Bericht vor

Bis zum Jahr 2030 soll die Anwendung chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel im Land um 40 bis 50 Prozent sinken. Diese Zielmarke hat sich die Landesregierung im Rahmen des Biodiversitätsstärkungsgesetzes gesetzt. Der regelmäßige Bericht zur Anwendung chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel zeigt, wo Baden-Württemberg aktuell steht.

von Redaktion erschienen am 25.11.2024
Leere Pflanzenschutzmittelkanister. © Silvia Rueß
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Der Bericht zur Anwendung chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel in Baden-Württemberg bezieht alle Bereiche ein, in denen chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel angewendet werden. Neben der Landwirtschaft zählen dazu auch der Wald, Verkehrswege, öffentliches Grün und die Haus- und Kleingärten.

„Bezogen auf die sogenannte ‚Baseline‘, als Mittel der Jahre 2016 bis 2019, kamen im Jahr 2022, begünstigt durch die relativ trockene Witterung, 13 Prozent weniger Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Das ist ein gutes Ergebnis in Folge. Damit setzt sich der positive Trend nach unten fort und scheint sich zu verstetigen“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, heute anlässlich der Vorstellung des vierten Berichts zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln in Baden-Württemberg.

Der Bericht basiert auf Erhebungsdaten des im Land eingerichteten Betriebsmessnetzes. Neben der reinen Mengenbewertung enthält der Bericht auch eine Risikobewertung mittels synoptischer Bewertung von Pflanzenschutzmitteln (SYNOPS). Zudem wurde im Jahr 2023, wie im Biodiversitätsstärkungsgesetz vorgesehen, eine externe, umfassende Evaluierung der Maßnahmen vorgenommen, die insgesamt positiv ausfiel.

„Unser Netzwerk aus Demobetrieben ist wichtiger Treiber für diesen Erfolg. Sie erproben Maßnahmen, damit landwirtschaftliche Betriebe mit weniger Pflanzenschutzmitteln auskommen und tragen sie in die Praxis. Nach dreieinhalb Jahren Versuchsarbeit und Erfahrungsaustausch im ‚Demonstrationsbetriebsnetzwerk Pflanzenschutzmittelreduktion‘ zeigen sich Demonstrationsbetriebe als wirksames Instrument bei der Umsetzung der Reduktionsziele“, betonte Minister Hauk.

Die konsequente Umsetzung des integrierten Pflanzenschutzes sei die Basis und der erste Schritt, um Pflanzenschutzmittel zu reduzieren. „Eine anspruchsvolle Aufgabe, die ständig betriebsindividuelle Anpassungen an wechselnde Bedingungen erfordert“, sagte Minister Hauk und betonte, dass „So vielfältig die Reduktionsmöglichkeiten sind, so individuell müssen unsere Landwirte die Maßnahmen auf ihren Betrieb abstimmen. Ebenso wie der Standort hat das Wetter einen sehr entscheidenden Einfluss. Unsere Landwirtinnen und Landwirte tragen damit eine große Verantwortung und füllen diese auch aus.“

Forschung und Beratung zu Einsparmaßnahmen

Forschung und Beratung sind von zentraler Bedeutung, um die Reduktion der Pflanzenschutzmittel weiter voranzutreiben. Zudem sind bestehende Anreize und Förderungen weiterzuentwickeln. Hierzu gehören beispielsweise die Ausweitung des Ökolandbaus, der verbesserte Wissenstransfer und schließlich Fortschritte in der Züchtung und in der Entwicklung neuer nicht-chemischer Verfahren im Pflanzenschutz.

„Der fortschreitende Klimawandel könnte allerdings das Ziel, die Aufwandmenge an Pflanzenschutzmitteln weiter zu reduzieren, gefährden. Neue Schaderreger und Pflanzenkrankheiten sowie Jahre mit nasser Witterung und daraus resultierenden Pilzerkrankungen erfordern wirksame Gegenmaßnahmen, um die Ernährung und Versorgung zu sichern“, betonte Minister Hauk.

98 Prozent aus der Landwirtschaft

Insgesamt werden anhand von Erhebungen mittels des Betriebsmessnetzes, Ableitungen und vereinfachten Schätzungen als mehrjähriger Durchschnittswert der Jahre 2016 bis 2019 rund 2200 Tonnen chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittelwirkstoffe jährlich im Land ausgebracht. Eine Reduktion um 40 bis 50 Prozent bis 2030 bedeutet einen Rückgang um rund 1000 Tonnen.

Von den rund 2200 Tonnen werden in der Landwirtschaft rund 98 Prozent angewendet. Hierbei stehen die Herbizide mit etwas über 50 Prozent an der Spitze, dicht gefolgt von den Fungiziden mit 35–45 Prozent. Die Insektizide machen unter ein bis zwei Prozent aus und die Akarizidmenge ist zu vernachlässigen.

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