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Auf unserem Mist gewachsen

Antibiotikum aus Pferdedung-Pilzen

Der Notstand an wirksamen Antibiotika ist bereits jetzt abzusehen: Immer mehr Stoffe verlieren ihre Wirkung, weil zunehmend Bakterienstämme resistent werden. Um die Menschheit vor Zuständen wie vor der Entdeckung des Penicillins zu bewahren, sucht die Forschung derzeit allerorten nach neuen Wirkstoffen.

Veröffentlicht am
Wissenschaftler der Eidgenössisch Technischen Hochschule in Zürich haben dazu im Pferdemist gestochert - und sind fündig geworden. Ein Pilz mit dem kuriosen Namen "Struppiger Mist-Tintling" produziert den antibiotisch wirksamen Stoff Copsin - ein Protein, das sich an die Zellwände einiger Bakterien heftet und sie absterben lässt. Herkömmliche Antibiotika gehören einer anderen Stoffklasse an; sie sind zwar auch organische Substanzen, aber keine Proteine. Eine weitere Besonderheit des Copsin ist dessen Stabilität gegenüber abbauenden Enzymen und auch gegen hohe Temperaturen. Neben der Medizin, sei auch eine Anwendung im Lebensmittelbereich denkbar, denn Copsin vermag Listerien abzutöten, die schwere Lebensmittelvergiftungen...
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