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Herbsttagung des deutschen Gemüsebaus

Im "Land der Träume"?

Die Harmonisierung des Pflanzenschutzes, die Düngemittelverordnung, die zunehmenden Extremwetterereignisse und der steigende Siedlungsdruck auf stadtnahe Flächen sind bei den Gemüseanbauern immer wieder intensiv diskutierte Themen. Im Rahmen der 52. Herbsttagung der Bundesfachgruppe Gemüsebau im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) und im Bundesausschuss Obst und Gemüse (BOG) vom 16. bis 18. November 2017 in Heidelberg wurden diese Themen behandelt.

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Bundesfachgruppe Gemüse
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Betriebe vor den Toren Heidelbergs

Eine traditionelle Gärtnersiedlung ist vor über 100 Jahren im Handschuhsheimer Feld vor den Toren Heidelbergs entstanden. Die Ware wurde traditionell am Erzeugergroßmarkt Heidelberg genossenschaftlich verkauft. Über den Umbruch der Gärtnerstrukturen berichteten die Gärtner Hermann Weigold und Manfred Kücherer. Auf 200 ha bewässerbarer Fläche wird frisches Gemüse produziert.

Die Rahmenbedingungen verbessern sich nicht, Stichwort Wasserschutzgebiet, die Zahl der Betriebe verringert sich. Der Betrieb Weigold führt die Gemüsekulturen Feldsalat und diverse Salate weiter und kultiviert daneben immer mehr Beerenobst, zum Beispiel Heidelbeeren oder Stachelbeeren. Himbeeren wachsen in den Foliengewächshäusern. Die Teilnehmer der Veranstaltung konnten sich versichern, dass die letzten Chargen bei guter Ausreife auch im November noch aromatisch schmeckten. Ein wichtiger Absatzweg ist die direkte Vermarktung.

Der Betrieb von Manfred und Magdalena Kücherer startete auf einem 12 Ar großen Gelände - dank der Realteilung hatten die meisten Betriebe nur "schmale Riemen" zur Produktion zu Verfügung. Mittlerweile haben viele der häufig im Nebenerwerb geführte Betriebe aufgegeben. Die übrig gebliebenen Betriebe konnten ihre Flächen über Pachtflächen vergrößern. Der Bau von Glasgewächshausern wurde nicht erlaubt, so Kücherer. Nach seiner Berufsausbildung spezialisierte er den ursprünglichen gemischten Betrieb auf Gemüsebau. Als Alternative zu den Glasgewächshäusern baute er Richel-Folienhäuser mit neuer Technik. Zum Zeitpunkt des Besuchs hingen dort noch reife Tomaten. Zudem kann er auf 20 ha im Freiland wirtschaften. Das Sortiment umfasst Salate, Stangenbohnen, Zucchini und Feldsalat. Die Vermarktung läuft bei ihm über den Großmarkt Mannheim und direkt in die Gastronomie. Kopfzerbrechen bereiten die Regelungen zu den Saison-AK: "Gemüse muss halt 7 Tagen in der Woche geerntet werden, kleinere Betriebe können das kaum mehr organisieren." Das gesamte Freilandareal liegt seit diesem Jahr im Wasserschutzgebiet - wie er da noch wirtschaften kann, ist dem Vollblut-Gemüsegärtner momentan noch nicht klar.  

Mehr über die Tagung - klicken Sie hier

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