LBV: Getreideerträge im Land streuen breit
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Die Getreideaussaat im Herbst 2019 fand häufig unter schwierigen Bedingungen statt. Der milde Winter hatte dem Boden wenige Frosttage gegönnt, was keine optimale Bodenstruktur zur Folge hatte. Dennoch kamen die Getreide- und Rapsbestände überwiegend gut entwickelt aus dem Winter. Ein erhebliches Niederschlagsdefizit ab Mitte März ließ erste Ertragsverluste befürchten. In weiten Teilen der Ackerbauregionen des Landes hat es im April und auch im Mai kaum geregnet. Wind und eine hohe Sonnenscheindauer begünstigten die Austrocknung der Böden.
Uneinheitliche Ernteerträge in den Regionen
Im Norden des Landes haben dieses Jahr zudem Spätfröste ihre Spuren hinterlassen. Nicht nur in Weinbergen kam es zu Schäden, auch das Wintergetreide wurde hart getroffen. Minusgrade inmitten der Gerstenblüte beschädigten das Getreide, sodass die Ähren häufig keine Körner ausbildeten. „Zu Beginn der Ernte fielen die Prognosen aufgrund des Witterungsverlaufs meist negativer aus. Dementsprechend überraschten die Ergebnisse an vielen Standorten. Insgesamt war die Ernte sehr heterogen, aber mit Blick auf die schwierigen Bedingungen noch zufriedenstellend“, sagt LBV-Präsident Rukwied.
Wirtschaften unter strengen Corona-Auflagen
Die Arbeitsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe ist nicht zuletzt durch die Sonderregelung für ausländische Saisonarbeitskräfte des Bundeslandwirtschafts- und Bundesinnenministeriums im April gewährleistet. Über die Plattform des Deutschen Bauernverbandes konnten im April und Mai Saisonarbeitskräfte auch nach Baden-Württemberg einreisen. „Die Apfelernte ist gestartet, allein die Obstbauern am Bodensee benötigen die Unterstützung von rund 8.000 Saisonarbeitskräften“, erklärt Rukwied. „Bei der Ernte von späten Gemüsekulturen sowie der Weinlese sind wir ebenfalls auf ausländische Saisonkräfte angewiesen. Unsere Bauernfamilien setzen alles daran, dass die strengen Hygieneregeln auf den Betrieben eingehalten werden, um ihre Saisonarbeiter, ihre Familien sowie ihr Umfeld zu schützen und ihre Ernten zu sichern.“
Wertschätzung der Landwirtschaft und verlässliche Rahmenbedingungen
Die Bauern im Land haben zu Beginn der Corona-Krise viel Zuspruch und Wertschätzung für ihre Arbeit bekommen. Das haben die Bürgerinnen und Bürger verstärkt auch mit ihrem Einkauf in den Hofläden, an den Automaten oder Verkaufsständen honoriert. Wie wichtig die Landwirtschaft ist, hat die Politik in Krisenzeiten ebenfalls erkannt und den Wirtschaftszweig als systemrelevant eingestuft. „Wir freuen uns, dass unserer heimische Landwirtschaft dieser Stellenwert eingeräumt wurde. Wir Bauern wollen auch in Zukunft die Bevölkerung mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln versorgen und gleichzeitig noch mehr für Umwelt-, Klimaschutz und Tierwohl leisten. Das geht aber nicht zum Nulltarif, sondern muss sich in einem höheren Preis für Lebensmittel abbilden. Dieser Mehrwert muss auch bei den Bauern ankommen“, fordert LBV-Präsident Rukwied. Zudem sei es wichtig, verlässliche Rahmenbedingungen für die Arbeit der bäuerlichen Familienbetriebe zu schaffen und sie nicht mit härteren gesetzlichen Auflagen in ihrer Wettbewerbsfähigkeit einzuschränken.
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