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DBV-Situationsbericht

Betriebsergebnisse verschlechtert

Deutlich gesunkene Erzeugerpreise und anhaltend hohe Betriebsmittelkosten haben im abgelaufenen Wirtschaftsjahr für unterdurchschnittliche Unternehmensergebnisse der Haupterwerbsbetriebe gesorgt. Sie liegen 2023/24 knapp 30 Prozent unter dem „Allzeithoch“ des Vorjahres.

von age erschienen am 16.12.2024
Weizenkörner in einer Hand. © Silvia Rueß
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Die landwirtschaftlichen Einkommen haben sich im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2023/24 verschlechtert. Laut dem aktuellen Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes lagen die Unternehmensergebnisse der Haupterwerbsbetriebe im Schnitt bei 77.500 Euro. Das entsprach einem Rückgang um knapp 30 Prozent (%) gegenüber dem Vorjahr. Einen Zuwachs verzeichneten lediglich die Veredelungsbetriebe. DBV-Präsident Joachim Rukwied zufolge ist die Landwirtschaft als „Motor der wirtschaftlichen Entwicklung im ländlichen Raum ins Stottern geraten“. Wie der Bauernpräsident bei der Vorstellung des Berichts vergangene Woche in Berlin deutlich machte, schätzt er die wirtschaftliche Lage weiterhin als „sehr herausfordernd“ ein. Sorge macht ihm vor allem die Investitionsschwäche bei Ställen und Wirtschaftsgebäuden.

Als Gründe für die im Vergleich zum Vorjahr eingetrübte Lage führte Rukwied deutlich gesunkene Erzeugerpreise bei pflanzlichen und tierischen Produkten an. Zeitgleich seien die Betriebsmittelpreise auf einem nach wie vor hohen Niveau. „Überbordende bürokratische Auflagen“, die laut dem Bauernpräsidenten vor allem in Deutschland oft das EU-Niveau überschreiten, machten den Betrieben ebenfalls zu schaffen. Auch seien die Erträge im Ackerbau rückläufig, was Rukwied auf neue Schädlinge, den Klimawandel und die abnehmende Wirkstoffvielfalt im Pflanzenschutz zurückführt.

Veredelungsbetriebe trotzen dem Trend

Laut Bericht sind nach dem Allzeithoch im Wirtschaftsjahr 2022/23 die Wirtschaftsergebnisse „erwartungsgemäß eingebrochen“. Aufgeschlüsselt nach den Betriebsformen zeigt sich, dass Ackerbauern im Berichtsjahr im Schnitt 72.871€ verdienten - ein Minus von 34.825 Euro beziehungsweise rund 32 % im Vergleich zum Vorjahr. Futterbau- und Milchbetriebe verschlechterten ihr Ergebnis um 57.951 Euro beziehungsweise rund 42 % und erzielten ein durchschnittliches Ergebnis von 78.643 Euro. Auch Mutterkuhhalter und Rindermäster der Betriebsform „Sonstige Futterbaubetriebe“ hatten Einbußen hinzunehmen: Ihr Ergebnis sank um 19.801 Euro oder 34,5 % auf nun 37.595 Euro.

Unter Druck stehen, nach Ergebnisrückgängen bereits im vorvergangenen Wirtschaftsjahr, nach wie vor die Weinbaubetriebe. Durchschnittlich standen bei den Winzern unter dem Strich 70.694 Euro, was 43.799 Euro oder gut 38% weniger als im Vorjahr waren. Vergleichsweise gering fielen die Rückgänge bei den Biobetrieben aus. Deren Durchschnittsergebnis belief sich auf 89.068 Euro, was einem Minus von 7644 Euro oder rund 8,0 % entsprach.

Besser lief das Wirtschaftsjahr für die Veredelungsbetriebe. Hier konnte das durchschnittliche Betriebsergebnis um 24.397 Euro beziehungsweise knapp 20 % auf 148.275 Euro gesteigert werden. Ein gutes Jahr hatten auch Obstbaubetriebe. Laut Situationsbericht erreichten sie im Mittel trotz kleinerer Ernte aufgrund deutlich höherer Erzeugerpreise ein Ergebnis von 70.300 Euro, was 39 % mehr als noch im Vorjahr war.

Wenig Eigenkapitalbildung, wenig Investitionen

Die wirtschaftliche Flaute schlägt sich dem Situationsbericht zufolge auch in einer deutlich geringeren Eigenkapitalbildung nieder. Diese lag mit durchschnittlich 9.000 Euro weit unterhalb des Vorjahresergebnisses von 40.700 Euro. Laut Bauernverband ist eine Eigenkapitalbildung von mindestens 15.000 Euro erforderlich, um einen Haupterwerbsbetrieb dauerhaft zu erhalten.

Die Bruttoinvestitionen sind laut DBV um 6,0 % auf 73.600 Euro zurückgegangen, die Nettoinvestitionen sogar um 39 % auf 14.600 Euro je Betrieb, nachdem beide Werte im Vorjahr noch moderat angestiegen waren. Während die Investitionen in Maschinen weitgehend unverändert blieben, haben sich die Investitionen in Ställe und Wirtschaftsgebäude erneut verringert. Nach einem Minus von 15 % im Wirtschaftsjahr 2022/23 sind sie zuletzt um 13 % zurückgefahren worden. Diese Entwicklung ist dem DBV zufolge neben dem Rückgang der Viehbestände auch auf die anhaltende Verunsicherung über die rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Errichtung neuer Ställe zurückzuführen.

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