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Landessortenversuche 2025

Welcher Sommerweizen liegt vorn?

Der Sommerweizenanbau ging 2025 erwartungsgemäß deutlich zurück, die Erträge fielen mit durchschnittlich 55 dt/ha jedoch zufriedenstellend aus. Die LSV zeigen bei insgesamt geringem Krankheitsdruck stabile Sortenleistungen, sodass auch für 2026 keine Saatgutengpässe zu erwarten sind.

von Maria Müller-Belami, LTZ Augustenberg erschienen am 12.01.2026
Das Hektolitergewicht lag 2025 mit 83 kg auf hohem Niveau. © Maria Müller-Belami, LTZ Augustenberg
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Der starke Flächenrückgang von Sommerweizen um 40 Prozent auf 2.920 ha im Vergleich zum Vorjahr (4.500 ha) war zu erwarten. Die Aussaat vom Wintergetreide erfolgte zwar nicht unter optimalen Bedingungen und auf den meisten Praxisflächen mit deutlicher Verspätung, aber die Bestände konnten sich etablieren. Auswinterungsschäden und der damit verbundene Flächenumbruch waren nicht zu verzeichnen. Die Ernteergebnisse waren mit durchschnittlich 55 dt/ha zufriedenstellend. Auch beim Saatgut dürfte es 2026 keine Engpässe geben. Die Vermehrungsfläche blieb mit zirka 100 ha hoch und auf Vorjahresniveau.

Aufgrund der geringen Anbaubedeutung von Sommerweizen gibt es bundesweit nur wenige Sortenversuche. Einziger Prüfstandort in Baden-Württemberg ist das Zentrale Versuchsfeld Tailfingen – hier wird der Landessortenversuch mit einer Wertprüfung kombiniert. Verrechnet werden die Versuchsergebnisse mit denen aus Bayern, Hessen und Sachsen. So lassen sich die Sortenleistungen anhand einer größeren Datenbasis besser beurteilen. Die Landessortenversuche Sommerweizen werden in zwei Intensitätsstufen angelegt: der reduzierten Variante 1 mit Verzicht auf Fungizide und Wachstumsregler und der integrierten Variante 2 mit den ortsüblichen Behandlungsmaßnahmen.

Den Empfehlungssorten

Beim Sommerweizen heißen die Empfehlungssorten für den Anbau 2026 KWS Carusum (E), Winx (A) – auslaufend und KWS Jordum (B).

Anbaubedingungen und Ergebnisse der Sommerweizensorten 2025

Die Aussaat der Prüfsorten in Tailfingen erfolgte leicht verspätet am 22. März 2025 in ein feuchtes Saatbett. Feldaufgang und Vegetation verliefen gleichmäßig und ohne Probleme. Durch das trockene Frühjahr war der Krankheitsdruck gering und eine Fungizidmaßnahme ausreichend. Septoria tritici trat dieses Jahr spät und mit deutlich geringerem Infektionsdruck auf als üblich. Gelbrost wurde sortenbedingt und nur vereinzelt festgestellt. Zum Ende der Vegetation kam es im Juni aufgrund von Regenfällen zu einem teilweise massiven Befall mit Braunrost. Nennenswertes Lager trat nicht auf. Die Abreife erfolgte über alle Sorten gleichmäßig. Anhaltende Niederschläge zögerten die Ernte bis Anfang August hinaus.

12 Sommerweizen standen zur Prüfung an, davon zwei Eliteweizen, drei Qualitätsweizen und zwei Brotweizen. Verrechnet wurde über sechs Standorte. Die durchschnittliche Steigerung von 3 dt/ha von der unbehandelten (70 dt/ha) zur behandelten Variante (73 dt/ha) war niedrig und auf den geringen Krankheitsdruck zurückzuführen. Ertragreichste Sorten waren die B-Weizen Lobster und KWS Jordum, ertragsstärkster Prüfstandort war Tailfingen mit durchschnittlich 92 dt/ha (Variante 1) und 99 dt/ha (Variante 2).

Der durchschnittliche Rohproteingehalt liegt mit 13,4 Prozent auf Vorjahresniveau. Der Eliteweizen KWS Carusum ist mit 14,2 Prozent Spitzenreiter, gefolgt vom Brotweizen KWS Jordum mit 13,8 Prozent. Die Fallzahlen fallen aufgrund der verregneten Erntephase mit durchschnittlich 342 s eher niedrig aus. Das Hektolitergewicht liegt mit 83 kg auf hohem Niveau.

Bedeutendste Sorten in Baden-Württemberg sind die Sorten Quintus und KWS Carusum. Einige der Sommerweizen haben sich in der Praxis als Wechselweizen durchgesetzt. Da die Landessortenversuche Sommerweizen ausschließlich im Frühjahr gesät werden, kann keine Beurteilung der Winterhärte erfolgen.

© Maria Müller-Belami, LTZ Augustenberg
© Maria Müller-Belami, LTZ Augustenberg

Sortenbeschreibung der Landessortenversuche Sommerweizen 2025

Eliteweizen (E-Weizen)

KWS Carusum überzeugt mit seinen hohen Qualitäten bei Fallzahl, Rohprotein und Tausendkornmasse. Die Resistenzen gegen Mehltau und Rost sind gut. Die Anfälligkeit für Blattseptoria und Lager ist als mittelmäßig einzustufen, tritt aber 2025 nicht in Erscheinung. Für einen Eliteweizen sind die ein- und mehrjährigen Ertragsleistungen vertretbar.

Laudatio: Die neue Prüfsorte Laudatio reicht im ersten Landessortenversuchsjahr mit durchschnittlich 92 Prozent Relativertrag in beiden Varianten nicht an die Bundessortenamt-Einstufung von 7/7 heran. Auch bei den Fallzahlen liefert der Weizen das schwächste Ergebnis. Auffällig ist der Braunrostbefall 2025 – trotz sehr guter Resistenzeinstufung (Bundessortenamt 1). Unbedingt zu beachten ist die hohe Lageranfälligkeit (Bundessortenamt 8). Positiv ist die sehr gute Resistenzeinschätzung bei Ährenfusarium (Bundessortenamt 3).

Qualitätsweizen (A-Weizen)

KWS Starlight: Die Kornerträge von KWS Starlight liegen mehrjährig leicht unter dem Durchschnitt. Abgesehen von einer erhöhten Anfälligkeit für Mehltau (Bundessortenamt 6) zeigt sich die Sorte ausgewogen. Der später abreifende Weizen gehört zu den fallzahlschwächeren Prüfsorten.

Mohican ist mehrjährig einer der ertragsstärksten Qualitätsweizen – laut Bundessortenamt mit 8/8 in beiden Varianten sehr hoch eingestuft. 2025 fällt die Sorte allerdings im Ertrag ab. Mohican ist ein standfester und gesunder Sommerweizen mit einer mittleren Fusariumanfälligkeit. Die Qualitäten sind durchschnittlich.

Winx: Der frühe Qualitätsweizen Winx überzeugt 2025 mit guten Kornerträgen. Mit mittleren Toleranzen gegen Blattseptoria, Gelbrost und Ährenfusarium und einer geringen Braunrosttoleranz gehört Winx zu den krankheitsanfälligeren Sorten. Unbedingt zu beachten ist die fehlende Standfestigkeit. Bei den Qualitäten bewegt sich die Sorte im Mittelfeld.

Brotweizen (B-Weizen)

KWS Jordum bestätigt mit durchschnittlichen Erträgen ein- und mehrjährig seine Leistungsstabilität und Homogenität. Die Sorte ist blatt- und ährengesund (Bundessortenamt 3) und hat eine sehr gute Strohstabilität. Der Proteingehalt und die stabilen Fallzahlen liegen deutlich über dem Durchschnitt.

Lobster: Die späte Sorte Lobster erreicht 2025 und mehrjährig das höchste Ertragsniveau. Lobster wird durchgehend als blatt- und ährengesund eingestuft, zeigt allerdings 2025 einen überdurchschnittlichen Befall mit Braunrost. Agronomisch ist der Weizen unauffällig. Die Fallzahlen sind hoch und stabil, die Rohproteingehalte niedrig.

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