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Natura 2000

Manager für den Wald

„Natura 2000-Gebietsmanager an den unteren Forstbehörden sollen Waldbewirtschafter im Arten- und Biotopschutz beraten und den Biodiversitätserhalt sichern“, meinte Minister Peter Hauk MdL in einer digitalen Podiumsdiskussion am 15. Dezember, auf der ein neues Modell zur Natur- und Artenschutzberatung in Natura 2000-Gebieten in Baden-Württemberg vorgestellt wurde.

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  Mit einem Natura 2000-Gebietsmanager will man die Forstbetriebe unterstützen und die Naturschutziele erfolgreich im Wald umsetzen. Damit erfüllt Baden-Württemberg dann auch die Vorhaben der EU an Natura 2000.
Mit einem Natura 2000-Gebietsmanager will man die Forstbetriebe unterstützen und die Naturschutziele erfolgreich im Wald umsetzen. Damit erfüllt Baden-Württemberg dann auch die Vorhaben der EU an Natura 2000. Borlinghaus
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„Fast 30 Prozent des Waldlandes Baden-Württemberg ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Die Waldbewirtschafter haben sich in diesen Gebietskulissen an den Erhaltungszielen und den sich daraus ableitenden Erhaltungsmaßnahmen für die festgelegten Schutzgüter zu orientieren, wie bestimmte Lebensräume oder Tier- und Pflanzenarten. Weil diese Anforderungen sehr komplex sind, wollen wir den Waldbesitzern künftig einen Natur- und Artenschutz-Experten von der unteren Forstbehörde an die Seite stellen. Er berät die Waldbesitzer, damit waldbauliche Entscheidungen in Maßnahmen münden, die der Intention der Schutzgebietskulisse entsprechen, indem konkrete Erhaltungsziele angesteuert werden, die nachhaltig zum Erhalt der Biodiversität beitragen“, sagte Forstminister Peter Hauk MdL in Stuttgart, im Nachgang der digitalen Veranstaltung zum Thema ‚Waldland Baden-Württemberg – Stark im Waldnaturschutz‘.

Neues Konzept vorgestellt

Im Rahmen der Veranstaltung stellte die Landesforstverwaltung Baden-Württemberg ihr neues Konzept ‚Natura 2000-Gebietsmanagement Wald‘ vor. Dazu soll an den unteren Forstbehörden der Stadt- und Landkreise, die Stelle eines Gebietsmanagers Wald neu eingerichtet werden. „Diese zentrale Ansprechperson ist forstbetrieblich wie auch waldnaturschutzfachlich kompetent. Sie trägt dafür Sorge, dass die Anforderungen aus dem Erhaltungsmanagement von Natura 2000 Gebieten mit den betrieblichen Interessen ausgesteuert werden können“, betonte Minister Hauk. Kernaufgabe sei die Beratung der Forstbetriebe zu allen Fragen des Waldnaturschutzes.

Betriebsübergreifende Beratung

Eine besondere Stärke des Konzeptes ist die betriebsübergreifende Beratung. Denn Natura 2000 Gebietskulissen berühren oft mehrere Forstbetriebe. Der Gebietsmanager hat so die Möglichkeit, zusammen mit den betroffenen Waldbesitzern, gebietsweite Maßnahmenkonzepte zu koordinieren und umzusetzen. „Dadurch können wir erstmals Erhaltungskonzepte zusammenhängend für Gebietskulissen aussteuern und kommen so im Biodiversitätsschutz auf Gebietsebene einen großen Schritt voran“, betont Minister Hauk. So können die Erhaltungsziele erreicht werden bei gleichzeitig ökonomischer Tragfähigkeit. Die Waldbesitzer werden aktiv mit eingebunden.

Mehr Handlungssicherheit

Im Zentrum steht eine Person, die mit allen kommunizieren kann. Bilateral werden dann zwischen den Revierleitern und den Gebietsmanagern Gespräche geführt, wie welche Maßnahmen am besten umgesetzt werden. Die zentrale Ansprechperson für alle Waldnaturschutzfragen bringe den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern auch mehr Handlungssicherheit, weil die Beratung einen wichtigen Beitrag zur rechtskonformen Umsetzung von Natura 2000 leistet. Minister Hauk wirbt bei den Stadt- und Landkreisen, die Schaffung der ‚Gebietsmanager Wald‘ in der unteren Forstbehörde proaktiv zu unterstützen, damit in Baden-Württemberg ab 2023 eine flächendeckende Beratung für die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer angeboten werden kann.

Klimawandel zwingt zum Handeln

"Wir haben laut Bundeswaldinventur die naturnähesten und vielfältigsten Wälder überhaupt in Deutschland", so Hauk. Mittlerweile zwinge der Klimawandel immer mehr zum Handeln, um die vielfältigen Funktionen des Waldes zu erhalten. "Ein 200 Jahre alter Baum kommt mit dem Tempo des Klimawandels nicht mehr mit. Das sieht man nicht nur am Borkenkäfer, aber auch das Absterben vieler Alt-Buchen gibt jetzt vielen zu denken", so Hauk. Ungehemmte Emissionen würden immer mehr dazu beitragen, dass die Erdtemperatur steige. Dabei gibt es unter den Waldbesitzern eine große Verunsicherung. Sie müssten sich mit praxistauglichen Lösungen rechtssicher bewegen können. Private und kommunale Forstbetriebe müssten noch stärker im Zuge der waldbaulichen Entscheidungsfindung und der Umsetzung von naturschutzfachlichen Umsetzungen zum Vertragsnaturschutz beraten werden.  

Anteil der Laubbäume hat zugenommen

Ökologie und Ökonomie zusammenbringen. Dass man in diesem Punkt schon viel erreicht habe, erläuterte Dr. Jörg Kleinschmit, Leiter der Abteilung Waldnaturschutz an der forstlichen Versuchs und Forschungsanstalt Baden-Württemberg. Und: "Die Art und Weise der Bewirtschaftung verändert sich, sie ist heute schon viel naturnäher als früher." Um den Waldnaturschutz zu erhalten, gibt es viele Instrumente. Baumarten werden ausgewählt, Biotopkartierung mit Kleinoden im Wald, Biotopverbund, Genressourcen und einiges mehr. Laut Kleinschmit hat der Anteil der Laubbäume seit 1987 von 36 auf 47 Prozent zugenommen. Es gibt mehr alte Bäume, der Anteil an Mischwäldern wurde erhöht. Zugenommen hat auch der Totholzvorrat.

Mehr zum Thema: Die Veranstaltung gibt es zum Nachhören unter https://mlr.baden-wuerttemberg.de/de/unsere-themen/wald-und-naturerlebnis/wald-im-klimawandel/das-blatt-wenden/mediathek-das-blatt-wenden/media-das-blatt-wenden/mid/waldland-baden-wuerttemberg-stark-im-waldnaturschutz/

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