Klassische saure Äpfel gibt es nicht zu reichlich
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Nach Angaben des Verbandes der deutschen Fruchtsaft-Industrie e. V. (VdF), rechnen die deutschen Fruchtsafthersteller in diesem Jahr bundesweit mit rund 850.000 Tonnen Streuobstäpfeln. Das ist das Ergebnis der Fruchtbehangschätzungen, die Mitte Juli abgeschlossen wurden. Besonders in Süddeutschland fällt die Ernte demnach gut aus, während sie im Osten Deutschlands etwas geringer ist. Aufgrund der schwachen Saison im letzten Jahr trifft die Ernte vielerorts auf leere Tanks der Fruchtsafthersteller.
Zu Beginn der Streuobstsaison sah es zunächst weniger gut aus für die diesjährige Erntemenge. So gab es im Frühjahr kaum Regen und der Mai war praktisch ohne Niederschläge. Dank der Regenfälle im Juni konnten die Streuobstbäume dann aber mit ausreichend Wasser versorgt werden. Die durchwachsenen Sommermonate tragen voraussichtlich dazu bei, dass die Äpfel weiter an Größe gewinnen. Jeder zusätzliche Zentimeter im Durchmesser pro Apfel steigert den Ertrag um circa 30 Prozent.
Alternanz spielt mit
Auch die natürliche Alternanz spielt bei der zu erwartenden Menge an Streuobstäpfeln eine entscheidende Rolle. Nach dem schwachen Erntejahr 2019 dürfte jetzt wieder ein stärkeres Erntejahr folgen gefolgt. Dennoch liegt die diesjährige Schätzung mit 850.000 Tonnen noch deutlich unter dem Rekordjahr 2018 mit 1,1 Millionen Tonnen.
Regionale Unterschiede
Regional gibt es deutliche Unterschiede. Im Süden Deutschlands wird die Erntemenge in diesem Jahr verhältnismäßig hoch ausfallen. In dieser Region befindet sich etwa die Hälfte des bundesweiten Streuobstbestandes. Nur schwache Niederschläge im Osten Deutschlands lassen die Ernteerwartungen dort niedriger ausfallen. Zudem zeigt sich der Behang dort weniger dicht.
Aufgrund der schwachen Ernte im Vorjahr sind die Lagerbestände in der deutschen Fruchtsaftindustrie niedrig. Deshalb wird die anstehende Ernte die Apfelsafttanks wieder auffüllen.
Teils über 50 Prozent bio
Streuobst wird zu einen großean Anteil bio. Grund ist die Zertifizierung von extensiv genutztem Streuobst als Lieferant für Bio-Apfelsaft. In manchen Streuobstgegenden ist aufgrund des weit höheren Erzeugerpreises der Bio-Anteil auf über 50 Prozent bei Streuobst gestiegen, so dass die Knappheit stärker bei der sauren konventionellen Ware auftritt.
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