Versorgungslücke möglich
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Dabei sehen die Sortimente im Lebensmitteleinzelhandel je nach Kette sehr unterschiedlich aus. Ein Discounter hat in der 20. Woche von runden Sorten auf Frühkartoffeln aus Spanien umgestellt und zieht in der 21. Woche bei festkochender Ware nach. Im Süden verkaufen die Discounter wie üblich schon mehr Frühkartoffeln. Sie stammen aus Israel und Ägypten. Im Norden dominieren weiterhin Lagerkartoffeln.
Die Vollsortimenter agieren sehr unterschiedlich: Der eine war schon seit Ostern gut im Frühkartoffelgeschäft und stellt bald über die Premiummarken hinaus auf Importe um. Der andere hat jüngst im Premiumsegment Frühkartoffeln aus Importen aufgenommen und tauscht in der 21. Woche den Rest des Sortiments dadurch aus. In vielen Regionen verschwinden daher nun Lagerkartoffeln zügiger aus den Regalen. Nur im Norden werden einige Geschäfte auch in der ersten Junidekade noch überwiegend hiesige Lagerkartoffeln führen, deren Qualität die Vermarktung aber immer schwieriger macht, so die Einschätzung von Befragten.
Frühkartoffeln werden knapper
Die Gesamtlage am Speisekartoffelmarkt scheint allerdings deutlich angespannter zu sein. Aus den meisten Herkunftsgebieten kommen kleinere geplante Gesamtmengen als in den Vorjahren. Um die Nachfrage bedienen zu können, wurde wie 2019 zuletzt mit weniger gängigen Sorten ergänzt, die eigentlich für andere Märkte bestimmt waren. Viele Anbieter sind schon ausverkauft. Es gibt keine freien Partien mehr. Sie werden aber immer gebraucht. Nun werden händeringend Frühkartoffeln gesucht. Das hat zu steigenden Preisen geführt.
Versorgungslücke möglich
Während es derzeit so aussieht, als käme folienverfrühte Ware aus Deutschland fast noch zur üblichen Zeit an den Markt, hinkt Freilandware deutlich hinterher. Es war zu kalt. Aktuell sieht es nach einer leichten Versorgungslücke zwischen den verschiedenen Verfrühungsmaßnahmen und den Regionen aus. Ob die Witterung noch Anstalten macht, das auszugleichen, bleibt abzuwarten. Ziemlich sicher sind sich die Marktbeobachter im Norden aber, dass die Heideregion in Niedersachsen so schnell nicht in den Wettbewerb mit den frühen Gebieten tritt. Denn es wurde viel zu spät mit den Auspflanzungen begonnen, die bei Speisekartoffeln in der 21. Woche aber weitgehend abgeschlossen sein dürften. Weitere Verspätungen sind in Bayern zu erwarten, da es aktuell dort viel zu nass ist.
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