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Bauerntag in Hechingen

Gute Lösungen für Baden-Württemberg

Das Land sei in der Agrarpolitik „dabei, gute Lösungen für Baden-Württemberg zu un-terstützen und zu erarbeiten“. Das versicherte Ministerialdirigent Dr. Konrad Rühl vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) beim Bauerntag der Kreisbauernverbände Tübingen und Zollernalb am Samstag, 25. Januar 2020, in der Stadthalle „Museum" in Hechingen (Zollernalbkreis).
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Hauptredner und Vorsitzende (von links): Jörg Kautt, Ministerialdirigent Dr. Konrad Rühl vom Ministerium für Ländlichen Raum (MLR) und Alexander Schäfer beim Bauerntag der Kreisbauernverbände (KBV) Tübingen und Zollernalb am Samstag, 25. Januar 2020, in Hechingen (Zollernalbkreis).
Hauptredner und Vorsitzende (von links): Jörg Kautt, Ministerialdirigent Dr. Konrad Rühl vom Ministerium für Ländlichen Raum (MLR) und Alexander Schäfer beim Bauerntag der Kreisbauernverbände (KBV) Tübingen und Zollernalb am Samstag, 25. Januar 2020, in Hechingen (Zollernalbkreis).Krehl
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Das Volkbegehren Artenschutz „Rettet die Bienen“ hätte massive Einschränkungen für die Landwirtschaft gebracht, betont der Leiter der Abteilung „Landwirtschaft.“ Rund ein Drittel der landwirtschaftlichen Fläche in Baden-Württemberg, konventionell wie ökologisch bewirtschaftet, wäre bei Inkrafttreten dessen Gesetzentwurfes aus der Produktion herausgefallen. Deshalb habe die Landesregierung mit dem Eckpunktepapier eine Alternative entwickelt.

„Das Eckpunktepapier ist auch ambitioniert“, räumt Rühl ein, „das muss man sagen.“ Aber sonst wäre ein Kompromiss am Runden Tisch mit den Beteiligten nicht möglich gewesen.

Ziele des Landes

Bei den Zielen im Eckpunktepapier „handelt es sich um keine einzelbetriebliche Einzelver-pflichtung“, betont Rühl, „sondern um Ziele des Landes Baden-Württemberg“. Das Land wolle die Betriebe gewinnen um die Ziele zu erreichen, erklärt der Ministerialbeamte. Er fordert dazu auf, nicht nur die Überschriften zu sehen, sondern „auch das Kleingedruckte auf 100 Seiten zu lesen!“

„In Baden-Württemberg bestehen zur Zielerreichung gute Chancen, weil wir eine gut entwickelte Kultur beim Integrierten Pflanzenschutz haben“, meint Rühl. „Das Reduktionsziel beim Pflanzenschutz wird evaluiert. Das ist besonders wichtig“, unterstreicht er. Dies hatte der Bauernverband gefordert. Das Land sucht nun Höfe für das geplante Netz von Demonstrations-Betrieben.

Es geht um die Existenz

„Die Gesellschaft und ihre Ansprüche haben sich massiv gewandelt. Das bekommt die Land-wirtschaft mehr und mehr knallhart zu spüren.“ Das hatte Zollernalbs Kreisvorsitzender Alexander Schäfer in seiner Einführung betont. Die Bauernfamilien stellten Lebensmittelrohstoffe zu sehr hohen Umwelt-, Natur-, Grundwasser und Tierschutzstandards her. Bei Importen aus fernen Ländern spiele dann jedoch offensichtlich die Klimabilanz keine Rolle mehr, gibt er zu bedenken.

Die Gesellschaft „will immer höhere Standards in der Lebensmittelproduktion. Wir haben dies erkannt und wollen unseren Beitrag dazu leisten. Aber es muss für unsere Hofnachfolger ökonomisch gerecht sein“, erklärt der Kreisvorsitzende. „Es geht bei uns um die Existenz unserer Familien.“

Gemeinsam Lösungen suchen

„Wir erwarten von denjenigen, die von uns erwarten, dass wir noch grüner werden, ihren Beitrag auch zu leisten“, fordert Schäfer. „Schränken wir unsere Mobilität ein? Verzichten wir auf einen neuen Akku für Handy und WLAN? Oder auf den dritten Kurz-Trip nach Amerika? Verzichten wir auf Schotter in unseren Gärten oder die Kommunen an den Kreisverkehren? Jeder kann etwas leisten!“

Die Landwirtschaft wäre durch das Volksbegehren Artenschutz „Rettet die Bienen“ einseitig belastet worden. Am Runden Tisch sei deshalb das Eckpunktepapier entstanden. „Wir haben uns darauf verständigt, dass wissenschaftliche Fakten und Erkenntnisse in die Entscheidungen mit einfließen.“ Durch den Volksantrag der Bauernverbände und ihrer Mitstreiter, „den wir mit vielen 10.000 Stimmen am im Februar der Landesregierung einreichen werden, setzen wir ein weiteres Zeichen“, erklärt Schäfer. „Lassen Sie uns gemeinsam Lösungen für Baden-Württemberg und seine Menschen suchen.“

Traktorenproteste nicht dienlich

Karl-Wilhelm Röhm (CDU) „kann nicht alles in der Landwirtschaft gut heißen“. Der Landtagsabgeordnete plädiert für regionale Produktion und nicht weitere Konzentration. Von den jüngsten Bauernprotesten hält er wenig. „Denken Sie nicht, auch nur ein Traktor würde die Meinung bei den Verbrauchern ändern“, hält er solche Traktorendemonstrationen für die Landwirtschaft nicht dienlich.

Zukunft heißt Regionalität

Sie sind auf dem richtigen Weg! Lassen Sie sich nicht auseinanderdividieren. Die Zukunft heißt Regionalität.“ Das ruft Röhm den Teilnehmern des Bauerntages ermutigend zu.

Anerkennung für die Arbeit

Chris Kühn, Landesvorsitzender der Grünen, begrüßt dir Dialogbereitschaft, die durch seine Einladung zum Ausdruck komme, und zollt den Bauern Anerkennung für ihre Arbeit. Er spricht sich dafür aus, die Direktzahlungen stärker von Umwelt- und Tierwohl-Maßnahmen abhängig zu machen. „Die Gesellschaft und die Bauern stehen vor den gleichen Herausforderungen. Wir können sie gemeinsam lösen“, ist Kühn zuversichtlich.

Rudi Fischer (FDP) hält „zukunftsorientierte Lösungen“ für notwendig und setzt „auf Innovationen wie Präzisions-Landwirtschaft und Digitalisierung“.

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