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VdAW-Präsident Heinz Künkele im Interview

Wie läuft’s im Agrargewerbe im Südwesten?

Die Konzentration schreitet auch im Agrarhandel weiter fort. Wie sehen Situation und Marktposition des privaten Agrargewerbes in Baden-Württemberg aus? Welche Folgen ergeben sich hieraus für die Unternehmen im Agrargewerbe und in der Landwirtschaft? Das erläutert Heinz Künkele, Präsident des Verbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft (VdAW), im Interview mit BWagrar.
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VdAW-Präsident Heinz Künkele
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BWagrar-Interview mit VdAW-Präsdident Heinz Künkele

Wie läuft’s im Agrargewerbe im Südwesten?

Heinz Künkele, Inhaber der Schapfen-Mühle in Ulm-Jungingen, ist Präsident des Verbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft (VdAW). Als Wirtschafts- und Berufsverband bietet der VdAW seinen rund 1.400 mittelständischen Mitgliedsunternehmen im Zuliefer- und Absatzgeschäft der Landwirtschaft in Süddeutschland ein breites Spektrum an Leistungen. Im Interview mit BWagrar erläutert der VdAW-Präsident aktuelle Entwicklungen im Agrargewerbe sowie deren Auswirkungen auf die Unternehmen im Agrargewerbe und in der Landwirtschaft.


BWagrar: Herr Künkele, im vergangenen Jahr ist die Konzentration im Agrarhandel weiter fortgeschritten. Wie beurteilen Sie die Situation und die Marktposition des privaten Agrargewerbes in Baden-Württemberg?

Künkele: In allen Branchen, die der Landwirtschaft Waren liefern, deren Produkte vermarkten oder Dienstleistungen anbieten sind die Unternehmen des privaten Agrargewerbes nicht wegzudenken. Dies gilt unisono für Landhandels- und Mühlenbetriebe, Viehhandel, Fruchtsaft- oder Weinkellereien sowie Landtechnik- und Lohnunternehmen.

Hinter den Firmen stehen in der Regel die Eigentümerfamilien, die gemeinsam mit ihren Mitarbeitern ein schlagkräftiges Team bilden. Kurze Wege, enorme Flexibilität und ein persönliches Verhältnis zu den Kunden machen unsere Mitgliedsunternehmen zu unverzichtbaren Partnern der Landwirte.

"Ein Strukturwandel in der Landwirtschaft hat sich immer, zeitlich verzögert, auch im Agrargewerbe bemerkbar gemacht."
VdAW-Präsident Heinz Künkele

Die Situation unserer Betriebe korreliert dabei extrem mit der Situation unserer Landwirte. Dies war auch in der Vergangenheit erkennbar. Ein Strukturwandel in der Landwirtschaft hat sich immer, zeitlich verzögert, auch im Agrargewerbe bemerkbar gemacht.

BWagrar: Welche wichtigen Herausforderungen sehen Sie für die Landwirtschaft im Südwesten und wie können die Unternehmen des privaten Agrargewerbes die landwirtschaftlichen Betriebe unterstützen?

Künkele: Unabhängig von der Region steht die Landwirtschaft vor enormen Problemen. Dabei geraten Diskussionen um niedrige Erzeugerpreise in die zweite Reihe. Noch nie war die Landwirtschaft und nach wie vor ist keine andere Branche so fremdbestimmt. Themen wie Insekten, Umwelt und Klima werden von politischen Parteien und Nichtregierungsorganisationen (NGO) zur Stimmen- und Spendenaquise missbraucht. Die Folge ist eine Reglementierung der Landwirte durch Vorgaben und Gesetze, die leider oft einen fachlichen Hintergrund entbehren.

"Wir laufen Gefahr, dass gute Leute aus der Landwirtschaft aussteigen, die notwendig gebraucht werden."
VdAW-Präsident Heinz Künkele

Der Frust vor allem bei jungen Landwirten ist grenzenlos und wir laufen Gefahr, dass gute Leute aus der Landwirtschaft aussteigen die notwendig gebraucht werden. Durch den Überfluss bei der Versorgung von Nahrungsmitteln ist deren Wertschätzung verloren gegangen.

Als Verband und einzelnes Unternehmen unterstützen wir die Initiativen aus der Landwirtschaft für eine Rückkehr zur fachlichen Diskussion, weg von einer durch illusionäre Weltanschauungen geprägten Agrarpolitik.

BWagrar: Wie entwickeln sich die Standortdichte und die Dienstleistungen der VdAW-Mitgliedsunternehmen in Süddeutschland in den nächsten Jahren weiter?

Künkele: Beides wird maßgeblich durch die Akzeptanz des Angebotes von den Landwirten beeinflusst. Investitionen in den Erhalt von Standorten oder neue Dienstleistungen sind dann möglich, wenn sie wirtschaftlich sind. Dies haben die Landwirtschaft und das Agrargewerbe gemeinsam.

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