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Pflanzenschutzmittelreduktion in Baden-Württemberg

Die Basis ist benannt

Im Rahmen des Biodiversitätsstärkungsgesetzes ist das Ziel der Landesregierung bis 2030 die Anwendung chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel um 40 bis 50 Prozent zu senken. Landwirtschaftsminister Peter Hauk, MdL, hat dazu heute die ersten Ausgangszahlen vorgelegt.

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Rueß
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Insgesamt werden anhand von Erhebungen, Ableitungen und vereinfachten Schätzungen als mehrjähriger Durchschnittswert rund 1900 Tonnen Pflanzenschutzmittelwirkstoffe jährlich im Land ausgebracht. Dabei handelt es sich um eine vorläufige “Baseline“. Eine Reduktion um 40 bis 50 Prozent bis 2030 bedeutet einen Rückgang auf rund 1000 bis 1100 Tonnen pro Jahr. Basis des ersten Pflanzenschutzmittelberichts sind Marktforschungsdaten und weitere Statistiken. Der Bericht bezieht alle Bereiche ein, neben der Landwirtschaft auch Forst, Verkehrswege, öffentliches Grün und die Haus- und Kleingärten.

„Aus diesen Daten haben wir die vorläufige ‚Baseline‘ in Höhe von 1900 Tonnen chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittelwirkstoffe pro Jahr als Mittelwert mehrerer Jahre hergleitet, da das für die Datenerhebung vorgesehene Betriebsmessnetz noch nicht vollständig aufgebaut und nutzbar ist. Dies soll bis zum nächsten Frühjahr 2022 erfolgen und in die weitere Berichterstattung einfließen“, betonte Minister Peter Hauk MdL, am Mittwoch (17. November) in Stuttgart, anlässlich der Vorstellung des ersten Berichtes zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln in Baden-Württemberg.

Die Reduktion chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel in Baden-Württemberg ist ein Prozess, der Schritt für Schritt bis 2030 erreicht werden soll. Dabei spielt der Ausbau des ökologischen Landbaus ebenso eine große Rolle wie die Etablierung neuer, innovativer Pflanzenschutzverfahren. Risiken in Sachen Zielerreichung werden der Klimawandel und das mögliche Auftreten neuer Schaderreger und Krankheiten sein, die bei der schrittweisen Zielerreichung immer mit einbezogen werden müssen. Ebenso müssen Jahre mit extrem nasser Witterung wie zum Beispiel das Jahr 2021 mit einem extrem hohen Pflanzenschutzmittelaufwand zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten in allen Kulturen berücksichtigt werden. Gemäß Biodiversitätsstärkungsgesetz ist im Jahr 2023 eine erste umfassende Evaluierung der Maßnahmen vorgesehen.

Hintergrund

In der Landwirtschaft werden von den 1900 Tonnen rund 98 Prozent angewendet. Hierbei stehen die Herbizide 52 Prozent an der Spitze, gefolgt von den Fungiziden mit 47 Prozent. Die Insektizide machen unter ein Prozent aus und die Akarizidmenge ist zu vernachlässigen. Ein bereits grob abschätzbares Reduktionspotential von 145 Tonnen besteht im Wegfall von Glyphosat ab 2024, der ab 2022 verbotenen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Naturschutzgebieten sowie dem Wegfall der chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel im Haus- und Kleingarten und im Forst. Weiter wird die beabsichtigte Ausweitung des ökologischen Landbaus wesentlich zur Reduktion beitragen. Ein besserer Wissenstransfer durch ein Demobetriebsnetz und schließlich Fortschritte in der Züchtung und der Entwicklung neuer nicht chemischer Verfahren im Pflanzenschutz ergänzen.

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