Trinkmilch wieder günstiger
Am 7. Juni haben Kaufland (für die Eigenmarke "K-Classic") und Aldi (für die Eigenmarke "Milsani") die Endverbraucherpreise für die Produktgruppe der "weißen Linie" nach unten korrigiert. Das meldet der Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB). Die Trinkmilch kostet jetzt wieder weniger als 1 Euro, auch die Preise für weitere Produkte der weißen Linie wurden reduziert.
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Laut der Online-Meldung vom Verband der Milcherzeuger Bayern war abzusehen, dass bei den neuen Kontrakten für die Produktgruppe der "weißen Linie" Preiszugeständnisse nicht zu vermeiden sein werden. Die Entwicklung bei den neuen Kontrakten für deutsche Markenbutter von Februar und zuletzt im April für den Standardkäse, hier mit einem Minus von etwa 15 Prozent, waren ein Vorbote. Und in dieser Größenordnung wurden nun offenkundig auch die Endverbraucherpreise (EVP) für die "weiße Linie" angepasst. Dabei liegt die Konsummilch unter der Marke von 1 Euro pro Liter: Vollmilch reduzierte sich von 1,15 auf 0,99 Euro, die fettarme Variante von 1,05 auf jetzt 0,95 Euro pro Liter. Abzuwarten bleibt, wie die Endverbraucherpreise für die zahlreichen Sondermilch-Formen (Weide- und Tierwohlmilch, aber auch Biomilch) angepasst werden.
Blick zurück auf 2022
Am 30. Juni vergangenen Jahres gingen mit dem Rückenwind der weltweiten Nachfrage mit lukrativen Absatzalternativen für die Molkereien die EVP von 0,92 auf 1,09 Euro/l (bei Vollmilch) und von 0,84 Euro auf 0,99 Euro/l (bei der fettarmen Variante) in eine historische Höhe, so der VMB. Und die Verbraucherpreise wurden zum Jahreswechsel nochmals erhöht, auf 1,15 und 1,05 Euro für die beiden Trinkmilchvarianten. Auch die Preise für Quark/Topfen, Sahne und Kondensmilch erreichten vorher nicht gekannte Dimensionen. Die Verbraucher reagierten daraufhin mit Zurückhaltung, wie die Absatzzahlen aus 2022 und auch aus dem ersten Quartal 2023 zeigen. Das führte in den vergangenen Monaten unter anderen dazu, dass der Handel seine Eigenmarken ("Billig-Linien) in die wöchentlichen Rabatt-Aktionen mit einschloss. Nach Angaben der ZMB, Zentrale Milchmarkt Berichterstattung GmbH, sind die Abverkäufe von Milchprodukten im deutschen Lebensmitteleinzelhandel sind im April 2023 nach den Erhebungen von NielsenIQ durchweg niedriger ausgefallen als im Vorjahresmonat.
Druck auf die Milchauszahlungspreise
Kaufland hat laut VMB angekündigt, seine Preise für mehr als 350 regionale und nationale Molkereiprodukte dauerhaft zu senken. Bei der weißen Linie werden dies neben der Frisch-, ESL- und H-Milch in allen Fettvarianten auch Quark/Topfen, Sahne und die Palette der Kondensmilchen sein. Preissenkungen bei der weißen Linie durch den LEH wirken sich je nach Verwertungsschwerpunkt einer Molkerei mehr oder weniger deutlich auf die Milchauszahlungspreise aus. Und obwohl es am Milchmarkt derzeit wieder ganz langsam aufwärts gehen könnte, die Anlieferungsmengen sind saisonal wieder etwas rückläufig, dürften die Milchauszahlungspreise für Mai und Juni erst einmal noch weiter zurückgehen.
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