Ukrainekrise erschüttert Ölsaatenmärkte
Der Krieg in der Ukraine wirkt sich massiv auf die Entwicklung der weltweiten Getreide- und Ölsaatenpreise aus. Zwar erzeugen die Ukraine und Russland lediglich 8 bis 9 Prozent der Weltgetreideernte und auch etwa 8 Prozent der Welt-Ölsaaten. Dennoch hat sich die Schwarzmeerregion in den letzten 20 Jahren eine wichtige Rolle bei der Versorgung der Welt mit Agrargütern und Nahrungsmitteln erarbeitet.
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Rund 23 bis 24 Prozent des Welt-Getreide-Exportvolumens und etwa 8 Prozent des Exportvolumens an Ölsaaten & Ölschrote & Pflanzenöle wurden in Friedenszeiten aus der Region bedient. Während die Schwarzmeerregion bei der Erzeugung von Sojabohnen mit 8 bis 10 Mio. t (ca. 2 bis 2,5 Prozent der Welt-Sojaernte) noch wenig ins Gewicht fällt, ist die Rapserzeugung mit rund 6 Mio. t (8 bis 9 Prozent der Welt-Rapserzeugung) schon bedeutender.
Bei Sonnenblumen ist die Ukraine die Nummer eins
Bei Sonnenblumen hingegen ist die Region das Schwergewicht schlechthin. Mit 33 Mio.t werden hier knapp 60 Prozent der Welt-Sonnenblumenernte eingefahren. Soja und Raps gehen vorwiegend als Saat in den Export. Sonnenblumen hingegen werden vor Ort verarbeitet und als Sonnenblumenöl (ca. 16 Mio.t; 60 Prozent der Welterzeugung) und –schrot exportiert. Insofern ist es kaum verwunderlich, dass vor allem die bereits auf hohem Niveau befindlichen Pflanzenölpreise nochmals explosionsartig anstiegen.
Preisniveau bleibt hoch
Allerdings lassen sich nicht alle Entwicklungen auf den Ukrainekonflikt zurückführen. Schon vor dieser Krise wurden die Ölsaatenmärkte durchgeschüttelt durch einen witterungsbedingten Einbruch der Sojaernte in Südamerika um 20, neueste Meldungen sprechen gar von 30 Mio.t. Die Palmölernte fällt schwächer aus als ursprünglich gehofft. Und nicht zuletzt beflügelt ein stetig steigender Rohölpreis die Wertigkeit der Ölsaaten. Kurzfristig kann bei den Ölsaaten, weder bei den Pflanzenölen noch den Schroten, mit Entspannung gerechnet werden. Bis zur neuen Ernte wird man mit hohen Preisen zurechtkommen müssen. Ob die neue Ernte 2022/23 dann tatsächlich wieder etwas Normalität zurückbringen kann, wird vor allem vom weiteren Verlauf der Geschehnisse am Schwarzen Meer bestimmt werden.
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