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Bodenorganismen fördern, Bodenfruchtbarkeit steigern

Mehr Leben in den Boden bringen

Wie beeinflussen Bodenbearbeitung, Saat, organische Düngung und Art des Ackerbaus die Bodenorganismen? Wie wirken Feldroboter, Wirtschaftsdünger und Kompost auf den Boden? Auf diese Fragen suchten Wissenschaftler und Praktiker Antworten auf der Fachtagung ‚Mehr Leben in den Boden bringen‘ Mitte Januar in Hohenheim.

von Heiner Krehl Quelle Arbeitskreis Konservierende Bodenbearbeitung Baden-Württemberg | BWagrar erschienen am 21.01.2026
Auf dem Betrieb Magg, Sontheim (Unterallgäu), wurden im Jahr 2025 das erste Mal Milchkühe in die Zwischenfrucht integriert. © Andreas Magg
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Die Universität Hohenheim, die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen und das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg. (LTZ) hatten in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung (GkB) zu der Fachtagung eingeladen. Die Vorträge aus der Wissenschaft und Erfahrungsberichte aus der landwirtschaftlichen Praxis führten zu spannenden und teils kontroversen Diskussionen. Dies umso mehr, als die Wirkung mancher Bewirtschaftungsmaßnahmen nicht wissenschaftlich abgesichert und selbst in der Praxis umstritten sind. Doch Moderatorin Prof. Dr. Carola Pekrun von der Hochschule Nürtingen-Geislingen und ihre beiden Kollegen Maik Freitag und Fabian Dörle vom Leitungsteam des Arbeitskreises Konservierender Ackerbau Baden-Württemberg sorgten für Sachlichkeit in der Diskussion und Einhalten des zeitlichen Rahmens.

„Nicht den Boden unter den Füßen verlieren“ Matthias Schumacher, Landwirtschaftsministerium

Wie wichtig nicht nur die in der Öffentlichkeit viel diskutierte Biodiversität oberhalb des Bodens, sondern auch das Leben im Boden für die Bodenfruchtbarkeit ist, verdeutlichte Matthias Schumacher vom Landwirtschaftsministerium (MLR) gleich zu Beginn in seinem Grußwort. Etwa 20 Großvieheinheiten (GVE) je Hektar Biomasse der Bodenorganismen bilden das Bodenleben. Das entspricht etwa zehn Tonnen Lebewesen pro Hektar Boden in der Tiefe bis zu 30 cm. Die Bodenorganismen sorgen im wahrsten Sinne der Worte dafür, „dass wir nicht den Boden unter den Füßen verlieren“, so Schumacher. Um den Bodenschutz zu unterstützen, fördert das Ministerium eine ganze Bandbreite an Maßnahmen wie Strip-till und angepasste Düngung sowie die Anschaffung entsprechender Maschinen. Dazu stehen das Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT II) und das Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) bereit.

„Mehr Leben im Boden bedeutet mehr Zukunft für die Landwirtschaft“ Prof. Dr. Ralf Vögele, Dekan Agrarwissenschaften, Universität Hohenheim

„Erhalt und Steigerung der Bodenfruchtbarkeit erfordern einen langfristigen Prozess“, unterstreicht Dekan Prof. Dr. Ralf Vögele von der Fakultät Agrarwissenschaften der Universität Hohenheim in seiner Begrüßung. Wirtschaftliche Risiken drohen, wenn der Schutz und die Fruchtbarkeit des Bodens nicht ausreichend beachtet werden. Ideologie bringe da nicht weiter. Wichtig sei dagegen der Austausch neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen. Dafür bilde der Arbeitskreis Konservierender Ackerbau Baden-Württemberg den richtigen Ort, so der Leiter des Fachgebiets Phytopathologie. Mehr Leben in den Boden zu bringen, sei kein Selbstzweck, sondern vielmehr Voraussetzung, um den Boden zu schützen und langfristig die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu steigern. „Mehr Leben im Boden bedeutet mehr Zukunft für die Landwirtschaft“, bringt es Vögele auf den Punkt.

Reduzierte Bodenbearbeitung fördert Bodenorganismen

Können Bodenorganismen von einer humusfördernden Bodenbewirtschaftung profitieren? Um diese Frage zu beantworten, stellte Dr. Sven Marhan, Fachgebiet Bodenbiologie am Institut für Bodenkunde und Standortslehre der Universität Hohenheim, den aktuellen Forschungsstand über den Einfluss von Bodenbearbeitung, Direktsaat, Kompost, Biolandbau, regenerativer Landwirtschaft und konservierendem Ackerbau auf die Bodenorganismen dar. Dazu hatte er zahlreiche Studien ausgewertet. Zunächst veranschaulicht er die Bedeutung von Bodenorganismen an zwei Beispielen:

  1. Springschwänze beispielsweise können bei hohem Vorkommen im Boden die Häufigkeit von Unkräutern um bis zu 20 Prozent gegenüber keinem Besatz an diesen Bodentieren verringern.
  2. Regenwürmer im Boden mindern Fusarien (Schimmelpilze). Springschwänze und Nematoden zeigen dagegen keinen reduzierenden Effekt.

Wie ist nun der Einfluss von Bewirtschaftungsmaßnahmen auf Bodenorganismen? Marhan fasst dazu wissenschaftliche Erkenntnisse zusammen.

Bei konventioneller Bodenbearbeitung und Bestellung wird organische Substanz schneller abgebaut und mehr Nährstoffe freigesetzt als bei Direktsaat. Die Masse an Bodenorganismen und die Biodiversität nehmen potenziell ab. Die Wasserinfiltration ist geringer, die Erosion höher.

  • Regenwürmer profitieren von reduzierter Bodenbearbeitung. Das zeigen mehrere Studien. Die Häufigkeit von Regenwürmern nimmt durch Streifenbearbeitung, organische Düngung und vielseitige Fruchtfolge zu.
  • Nematoden, die zum Beispiel Bakterien und Pilze fressen, sind mit Reduzierung der Bodenbearbeitung häufiger im Boden anzutreffen, ebenso aber auch die pflanzenparasitischen Nematoden.

Von Direktsaat profitieren Regenwürmer, Springschwänze, Milben und die meisten anderen Bodenorganismen.

Kompost erhöht im Vergleich zu mineralischem Dünger die Anwesenheit von Nematoden, einschließlich der pflanzenparasitischen Nematoden. Ebenso profitieren Regenwürmer, Springschwänze und Milben von der Kompostdüngung. Zugleich reduziert Kompost tendenziell die Anzahl an pflanzenparasitischen Nematoden.

Biolandbau wirkt positiv auf das Bodenleben

Biolandbau erhöht im Vergleich zu konventioneller Bewirtschaftung das Vorkommen von Spinnen, Käfern und Springschwänzen. Bio-dynamischer und bio-organischer Ackerbau fördern die meisten Bodenorganismen. Zudem werden Blattläuse und pilzfressende Nematoden reduziert. Regenwürmer profitieren generell von organischer Düngung. Das zeigt der Schweizer ‚DOK‘-Versuch, ein Langzeit-Feldversuch in Therwil bei Basel. Die Abkürzung ‚DOK‘ steht dabei für die Haupt-Anbausysteme: ‚D‘ für biologisch-dynamisch nach Demeter, ‚O‘ für biologisch-organisch nach Bio Suisse-Richtlinien und ‚K‘ für konventionelle Anbauweise.

Regenerative Landwirtschaft erhöht die funktionelle Diversität und Kohlenstoffspeicherung im Boden.

Konservierender Ackerbau fördert Regenwürmer und Springschwänze. Überwiegend positive Effekte auf sehr viele Bodenorganismen ergeben sich bei der Umstellung auf konservierenden Ackerbau.

Zielkonflikte zwischen Bodenschonung und Feldrobotik

Sind autonome Feldroboter geeignete Werkzeuge für bodenschonende und diversifizierte Landwirtschaft? Dr. Kathrin Grahmann, Arbeitsgruppe Ressourceneffiziente Anbausysteme am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg, fasst die Antwort so zusammen:

  1. Autonome Feldroboter führen kurzfristig zu geringen bis moderaten Veränderungen bodenphysikalischer und -biologischer Parameter.
  2. Standort- und Bodenbeschaffenheit sind bislang der dominierende Einflussfaktor.
  3. Wiederholte mechanische Beikrautkontrolle zeigt keine einheitlichen Effekte auf die Bodenstruktur und Bodenfauna im Oberboden, sondern ist stark vom Management und den Standortbedingungen abhängig.
  4. Erste Hinweise auf Zielkonflikte zwischen Bodenkonservierung und Intensität der automatisierten Interventionen zeigen sich in Abhängigkeit von Frequenz, Zeitpunkt und Fahrspur.
  5. Digitale und automatisierte Messmethoden ermöglichen die hochaufgelöste, prozessnahe Erfassung von Boden- und Biodiversitätsindikatoren.
Feldroboter schonen an sich nicht den Boden

Dr. Kathrin Grahmann zieht aus den bisherigen Versuchen und Messreihen am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) nachfolgende Schlussfolgerungen: -> Autonome Feldroboter stellen an sich kein bodenschonendes System dar. -> Wiederholte, kleinräumige Interventionen können andere Belastungspfade im Oberboden erzeugen. -> Belastbare Aussagen zu Bodenfunktionen erfordern mehrjährige Beobachtungen. -> Der Einsatz autonomer Feldroboter eröffnet agrarökologische Chancen wie Diversifizierung und reduzierte Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, geht jedoch mit neuen Zielkonflikten einher. -> Die nachhaltige Integration autonomer Feldrobotik erfordert optimierte Einsatzszenarien, zum Beispiel hinsichtlich Frequenz und Fahrspurmanagement, systemische Bewertung über Ertrag, Bodenfunktionen und Biodiversität sowie die Kombination von Robotik in diversifizierten Anbausystemen, nicht dagegen ihre isolierte Betrachtung.

Wirtschaftsdünger macht den Boden flott

„Die größte Verdichtung ist nicht im Boden, sondern im Kopf.“ Davon ist Andreas Magg, Landwirt von der Einöde Bergbauer in Sontheim (Unterallgäu) überzeugt. Er selbst hat umgedacht. Seit 2023 minimiert er die Eingriffe in den Boden und praktiziert konservierenden Ackerbau mit Direktsaat. Cortana. Dazu teilt er sich die Maschinen mit zwei Berufskollegen. So kommen sie zu dritt auf rund 120 ha Ackerfläche. Die Investitionskosten werden so für den einzelnen erträglicher.

„Die größte Verdichtung ist nicht im Boden, sondern im Kopf.“ Andreas Magg, Landwirt, Sontheim (Unterallgäu)

Weiterhin setzt der Landwirt auf möglichst hohe Diversität im Anbau, auf Schutz des Bodens, ganzjähriges Wurzelwachstum beispielsweise über Zwischenfrüchte und die Integration seiner Milchkühe in die Aufbereitung von Wirtschaftsdünger. „Den Boden möglichst wenig offen lassen.“ Das ist für Magg ein wichtiger Grundsatz. Die Kühe grasen erstmals 2025 in den Zwischenfrüchten. Ihre Hinterlassenschaften bedeuten Zufuhr organischer Substanz. „Das bedeutet viel Aufwand und Arbeit. Aber das Gefühl, damit die Diversität zu fördern, ist unbezahlbar“, meint er und betont: „Diese Art der Bewirtschaftung macht den Unterschied im Bodenleben.“

Konventionelles System stößt an Grenzen

Das konventionelle System mit dem häufigen Wechsel von Trockenheit und hohen Niederschlägen stoße im Allgäu an seine Grenzen. Das hatte Magg zuvor bereits seit längerem wahrgenommen. Als er auf einer Demonstration einen Berufskollegen kennenlernt und sich mit ihm über Bodenleben und Bodenschutz austauscht, ist das der Anfang zum Umdenken. Heute setzt der ‚Bergbauer‘, wie er in der Gemeinde genannt wird, keine Fungizide und ebenso keine Wachstumsregler mehr ein. Mit einem Leuchten in den Augen und ein bisschen Stolz in der Stimme berichtet er vom guten Getreidejahr 2025 auf seinem Betrieb. So vermeldet er - gleichsam als Bestätigung für das Umdenken - Hektarerträge von 83 Dezitonnen bei Gerste und 85 Dezitonnen bei Triticale.

Der Kompost wird selbst bereitet

Den Kompost als ein Bestandteil der Zufuhr organischer Substanz in den Boden bereitet Magg auf seinem Betrieb selbst. Mist, Hofreste, Siloabraum, viel Laub von der Gemeinde etc. werden kompostiert. „Das fördert die Diversität. Wichtig ist dabei, dass es zu keiner Fäulnis kommt, sondern die Kompostierung aerob verläuft und die Kompostbestandteile gut verrotten“, erklärt der Betriebsleiter.

Gülle wird aufbereitet. Dazu setzt Magg auf Güllezusätze, die mikrobielle Umsetzungen fördern. Hierzu gehören sogenannte ‚Effiziente Mikroorganismen (EM)‘ und Gesteinsmehle. Auch Güllezusätze, die nicht selbst, sondern über feinstoffliche Informationen mikrobielle Umsetzungen beeinflussen sollen, setzt er ein. Dazu greift er unter anderem auf Produkte der Firma Plocher GmbH integral-technik, Meersburg, zurück. „Bei Ausbringung unserer behandelten Gülle ist nach 15 Minuten kein Geruch mehr wahrzunehmen“, beschreibt Magg einen nicht ganz unwichtigen Nebeneffekt der Art seiner Güllebehandlung. Er erwähnt Wäschetrocknen im Freien und wegfallendes Fensterschließen.

Betrieb Familie Magg, Sontheim (Unterallgäu)
  • Standort: Einöde Bergbauer, Sontheim (Unterallgäu), Familienbetrieb in 5. Generation.
  • Milchvieh: 75 Kühe mit Jungviehaufzucht, 10.365 kg/Kuh und Jahr Leistung 2025, 80 % Brown Swiss, 20 % Holstein.
  • Außenwirtschaft: Grünland 23 ha. Ackerbau 37 ha: Silomais, Wintergerste, Triticale/Erbse, Sommergerste, Luzerne.
  • Wirtschaftsweise: Felder dauerbegrünt, Direktsaat seit 2023, Einsatz von effektiven Mikroorganismen (EM), eigene Kompostherstellung mit: Festmist, Grünschnitt, Laub, Hackschnitzel etc., Gülleaufbereitung mit EM, Pflanzenkohle, Steinmehle.

Gesunde Pflanzen für gesunden Boden – und umgekehrt

Landwirtin Marie-Thérèse Gässler, die mit ihren Eltern einen landwirtschaftlichen Betrieb in Amblainville (Département Oise, Frankreich) bewirtschaftet, sprang kurzfristig für einen erkrankten Referenten ein. Gässler ist ‚Ingénieur en développment‘ und hat die Zusatzqualifikation als zertifizierte Boden-Mikroskopikerin erworben. Sie erläutert zu Beginn ihres Praxisberichtes zunächst einige Grundlagen des Bodensystems mit seinen physikalischen (Struktur, Textur etc.), chemischen (pH-Wert, Nährstoffe etc.) und biologischen Eigenschaften (Bakterien, Nematoden, Pilze etc.), der Bodenorganismen und der Pflanzenernährung.

„Eine gesunde Pflanze für einen gesunden Boden und ein gesunder Boden für eine gesunde Pflanze.“ Marie-Thérèse Gässler, Landwirtin, Amblainville, Frankreich

Etwa 85 bis 90 Prozent der Nährstoffe, welche die Pflanze aufnimmt, werden von Mikroorganismen freigesetzt, erklärt Gässler. Die Verbesserung der Bodenbiologie führe „nicht unbedingt zu weniger Düngereinträgen, aber zu einer besseren Wirksamkeit, zur Immobilisierung und Bereitstellung (der Nährstoffe, Anm. d. Red.) um die Wurzeln herum.“ Um die Bodenbiologie zu verbessern, müsse man den Lebensraum verbessern. „Es reicht nicht, Mikroorganismen in den Boden einzubringen“, betont die Landwirtin.

Im Mikroskop die Pflanzenernährung unter der Lupe

Um die Wirkung der Zufuhr von Wirtschaftsdüngern zu beurteilen, führt die gelernte Mikroskopikerin auf dem elterlichen Betrieb regelmäßig mikroskopische Untersuchungen durch. Die Gässlers setzen unter anderem Kompost-Tee ein. „Kompost-Tee ist interessant, wenn wir kein gutes organisches Material ausbringen können“, berichtet Tochter Marie-Thérèse von ihren Erfahrungen. „Positive Effekte sind nach Monaten noch ersichtlich“, ergänzt sie. Um die Qualität der organischen Düngung zu überprüfen, setzt sie auch beim Kompost-Tee auf das Mikroskop.

Symbiose verbessert die Aufnahme von Nährstoffen

Gässler bringt mehrere Praxisbeispiele für die optimale Pflanzenernährung durch Förderung von Bodenorganismen und der Pflanzengesundheit. Am Mais erklärt sie beispielsweise die Wirkung von Mykorrhizen, die mit dessen Wurzeln eine Symbiose eingehen und durch Vergrößerung der Wurzeloberfläche die Aufnahme von Nährstoffen und Wasser verbessern. Der Maisbestand, auf dem Kompost-Tee ausgebracht wurde, steht besser da. Seine Wurzeln sind intensiver mit Mykorrhiza-Pilzen umgeben, zeigt sie im Bild. Die Landwirtin führt regelmäßig Pflanzensaft-Analysen durch, um zu überprüfen, ob die Ernährung der Kulturpflanzen stimmt.

Am Beispiel Raps zeigt Gässler den Unterschied ohne und mit biologischer Beizung nach einem Rezept des französischen Bodenexperten Jean-Charles Devilliers, der auch Betriebe mit regenerativer Landwirtschaft berät. Ohne Beizung sitzt der Rapserdfloh am aufgelaufenen Raps, mit biologischer Beizung zeigt sich der Bestand dagegen befallsfrei. Die biologische Beizung nach J. C. Devilliers wird auch als „Ferment-Beize“ oder „Seed Priming“ bezeichnet. Sie soll das Saatgut bereits bei der Keimung mit Nährstoffen und nützlichen Mikroorganismen versorgen.

Teils kontroverse Abschlussdiskussion

Die Zufuhr von Effektiven Mikroorganismen (EM) oder Komposttee sowie Güllezusätze wie Fermente, Gesteinsmehle, Algenextrakte und anderen Produkten zur Verbesserung der Bodenbiologie sind umstritten und wissenschaftlich nicht abgesichert. Darauf verweisen mehrere Teilnehmer in der teils kontroversen Abschlussdiskussion, unter anderen PD Dr. Kurt Möller vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) und zugleich Mitarbeiter am Fachgebiet Düngung und Bodenstoffhaushalt der Universität Hohenheim. Gerade deshalb sei es wichtig, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen miteinander auszutauschen, unterstreicht Prof. Dr. Carola Pekrun vom Institut für Angewandte Agrarforschung an der Hochschule Nürtingen-Geislingen.

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