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Interview mit Carola Pekrun

So steigern Sie die Bodenfruchtbarkeit!

Der Arbeitskreis Konservierender Ackerbau Baden-Württemberg veranstaltete am 15. Januar 2026 in Hohenheim die Fachtagung ‚Mehr Leben in den Boden bringen‘. Prof. Dr. Carola Pekrun von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, erläutert das Ziel und erklärt, wie der Boden geschützt und die Bodenfruchtbarkeit gesteigert werden können.

von Heiner Krehl Quelle Prof. Dr. Carola Pekrun; BWagrar erschienen am 21.01.2026
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Zur Person
Prof. Dr. Carola Pekrun
Professorin für Pflanzenbau und Qualitätsmanagement an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen
Frau Prof. Pekrun, der Arbeitskreis Konservierender Ackerbau Baden-Württemberg hat Mitte Januar die Fachtagung ‚Mehr Leben in den Boden bringen‘ in Hohenheim organisiert. Was ist das Ziel von Tagung und Arbeitskreis? Das Ziel des konservierenden Ackerbaus, so wie es die FAO definiert, besteht darin, ein Anbausystem zu realisieren, welches minimale Bodenbearbeitung, somit Direktsaat bis Strip-till beinhaltet, weiterhin möglichst ständige Bodenbedeckung durch Zwischenfrüchte sowie eine vielfältige Fruchtfolge. Das sind die drei Komponenten, die den konservierenden Ackerbau, englisch ‚conservation agriculture‘, ausmachen. Der Arbeitskreis hat das Ziel, dieses Anbausystem in Wissenschaft und Praxis zu durchleuchten. Mitglieder im Arbeitskreis stammen vor allem aus der landwirtschaftlichen Praxis, aber auch aus der Beratung und der Wissenschaft.
Minimale Bearbeitung, Bodenbedeckung und vielfältige Fruchtfolge kennzeichnen den konservierenden Ackerbau. Prof. Dr. Carola Pekrun, Hochschule Nürtingen-Geislingen
Bei der Fachtagung gab es drei wissenschaftliche Beiträge und zwei aus der Praxis. Welche Vorteile bietet dieser Mix? Diese Mischung hat sich seit längerem bewährt. Wir wollen es so den Zuhörern ermöglichen, sowohl die Wissenschaft als auch die Praxis anzuhören, und zudem versuchen, beide in Kontakt zu bringen und sich auszutauschen. Die wissenschaftlichen Inhalte sind oft sehr komplex und schwer zu verstehen. Die Praktiker stehen jedoch vor der Herausforderung, die wissenschaftlichen Erkenntnisse an ihren Standorten umzusetzen und dabei Geld zu verdienen. In dieser Situation erweist sich die Kombination aus beidem als sehr fruchtbar.
Die Mischung aus wissenschaftlichen Vorträgen und Praxisberichten ist sehr fruchtbar. Prof. Dr. Carola Pekrun, Hochschule Nürtingen-Geislingen
BWagrar: Wie können Landwirtinnen und Landwirte ‚mehr Leben in den Boden bringen‘? Zum einen, indem er oder sie die Bodenlebewesen füttert. Und das geht über die Zufuhr von organischer Substanz, entweder über Pflanzen, die Wurzeln und Ernterückstände hinterlassen sowie Exsudate (kohlenstoffreiche Wurzelausscheidungen; d. Red.) in den Boden abgeben, oder durch Zwischenfrüchte, wenn sie nicht geerntet werden und komplett auf dem Feld bleiben und somit eine Zufuhr darstellen, sowie über organische Düngung wie Gülle, Stallmist, Kompost, Gärreste und vieles andere mehr. Das ist das eine, organische Substanz zuführen, …
Bodenlebewesen füttern und fördern, bringt mehr Leben in den Boden. Prof. Dr. Carola Pekrun, Hochschule Nürtingen-Geislingen
… und das andere? … und das andere ist, das Bodenleben fördern. Und fördern kann man dieses durch die Minimierung der Bodenbearbeitung, letztendlich durch das ganze System des konservierenden Ackerbaus, eine weite Fruchtfolge und leichte Technik. Das alles ist hilfreich für das Bodenleben.
Prof. Dr. Carola Pekrun

Dr. Carola Pekrun ist Professorin für Pflanzenbau und Qualitätsmanagement am Institut für Angewandte Agrarforschung der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU). Sie lehrt in den Studiengängen Agrar- und Pferdewirtschaft und forscht unter anderem im konservierenden Ackerbau zur Erosionsminderung und Steigerung der Bodenfruchtbarkeit. Zudem leitet Pekrun zusammen mit Maik Freitag und Fabian Dörle den Arbeitskreis Konservierender Ackerbau Baden-Württemberg als regionalen Arbeitskreis der Gesellschaft für Konservierende Bodenbearbeitung (GKB). Sie engagiert sich in vielen weiteren Gremien und Organisationen. Bis 2025 war Pekrun zudem Prorektorin für Forschung und Transfer sowie Verantwortliche für die Querschnittsaufgabe ‘Nachhaltige Entwicklung’ an der gesamten Hochschule.

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