Bonus für Regionalpakt "Süddeutsches Schwein" verlängert
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Der Ende November 2020 von der Müller Gruppe initiierte und mit Präsidiumsmitgliedern der süddeutschen Bauernverbände abgestimmte Regionalpakt für das „Süddeutsche Schwein“ verlängert das Unternehmen nach eigenen Angaben um einen weiteren Monat bis Ende Februar 2021. Aktuell starte die Auszahlung des „Müller Ferkelbonus“ von 2 Euro, heißt es in einer Firmenmitteilung vom 25. Januar 2021. Den Bonus erhalte jedes seit dem 23. November 2020 am Schlachthof Ulm angelieferte Vertragsschwein der Programme „Geprüfte Qualität“ (GQ) und „Süddeutsches Schweinefleisch“ (SDS).
Noch nicht alle Gelder können ausbezahlt werden
Geschäftsführer Stefan Müller sagt dazu: „Nachdem unsere süddeutschen Ferkelerzeuger und Schweinehalter aufgrund der anhaltend angespannten Markt- und Preissituation nach wie vor mit dem Rücken an der Wand stehen, wollen wir damit ein weiteres Zeichen zur Stärkung der regionalen Schweinehaltung setzen.“ Weiter heißt es in der Mitteilung, dass für die Periode bis zum 31. Dezember 2020 mehr als 350 regionale Ferkelerzeuger eine Abschlagsumme erhalten. Das Geld fließe direkt von der Müller Gruppe, die von weiteren Branchenfirmen unterstützt werde. Dazu gehörten Schlachtschweinevermarkter wie Erzeugergemeinschaften, Viehverwertungsgenossenschaften, die Viehzentrale Südwest (VZ) und der private Handel. Allerdings könnten aufgrund fehlender Rückmeldebögen noch nicht alle bereitgestellten Gelder ausbezahlt werden.
Gleichzeitig starteten die ersten wöchentlichen Auszahlungen des sogenannten „Solidaritätszuschlages des Lebensmitteleinhandels“ für alle am Schlachthof Ulm über die Vermarkter anliefernden QS-Schweinemäster. Aktuell werde dieser Fonds aus Zahlungen der Rewe-Gruppe gespeist. Die Müller Gruppe sowie die ihr vorgelagerten Vermarkter und Bündler haben sich nach diesen Angaben verpflichtet, die eingezahlten Gelder zeitnah, ohne Abzug sowie fair und diskriminierungsfrei an die berechtigten Schweinemäster zu verteilen.“
Geringerer Schweinestau im Süden
Die Müller Gruppe teilt in der mehrseitigen Pressemitteilung auch Ihre Schlachtzahlen während der Corona-Pandemie mit. Darin heißt es "trotz Corona und Afrikanischer Schweinepest (ASP) lag die gesamte Schweineschlachtmenge der Müller Gruppe in 2020 mit 2,1 Millionen Tieren auf Vorjahresniveau". Der Hauptschweineschlachtstandort in Ulm habe im letzten Quartal 2020 die Schlachtung sogar um mehr als 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht.
Damit sei die Müller Gruppe nach eigener Einschätzung im "Krisenjahr 2020" ihren Abnahmeverpflichtungen gegenüber den mehrheitlich langjährig verbundenen Mästern und Schweinevermarktern gerecht geworden. Auf diese Weise sei ein zusätzlicher Schweinestau im Süden verhindert worden, nachdem die Schweineschlachtzahlen zum Jahresende 2020 in Bayern "massiv eingebrochen" waren.
Chance Regionalität mit Übergangsbonus
Geschäftsführer Martin Müller hat die kommenden Monate bis zum Sommer im Blick: „Trotz der aktuellen Krisensituation am Schweinemarkt gilt es jetzt, Weichen für die Zukunft zu stellen, um die Chancen nach der Krise zu nutzen“, wird der Geschäftsführer und Bruder von Stefan Müller in der Mitteilung zitiert. Martin Müller bezieht seine Aussage auf ein Forum der digitalen Internationalen Grünen Woche 2021 in Berlin. Dort hätten Vertreter des Lebensmitteleinzelhandels erneut ihre Absicht bekräftigt, ab dem 1. Juli 2021 nur noch Schweinefleisch, das nach den Kriterien der „Haltungsstufe II“ der Initiative Tierwohl (ITW) erzeugt worden ist, in ihren Theken anzubieten. Darüber hinaus sollten schnellstmöglich auch Fleischverarbeitungsprodukte und Wurstwaren unter dieser Haltungsstufe angeboten werden.
Nach Einschätzung der Müller Gruppe entscheide die Bereitschaft der süddeutschen Schweinemäster, sich nach den Kriterien der „Initiative Tierwohl“ (ITW-Haltungsstufe II) anerkennen zu lassen, über den künftigen Marktzugang zum Lebensmitteleinzelhandel. Deshalb habe das Unternehmen aus Birkenfeld bei Pforzheim entschieden, für alle vertraglich gebundenen Schweinemäster, die sich neu für die ITW-Haltungsstufe II anerkennen lassen wollten, den bisher auf 2 Euro angesetzten Übergangsbonus auf 5 Euro pro Schlachtschwein nach Vorlage des ITW-Zertifikats mehr als zu verdoppeln. Diese Regelung gelte bis ab dem 1. Juli 2021 der eigentliche ITW-Zuschlag für die Haltungsstufe II ausbezahlt werde.
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