Markt sucht neues Gleichgewicht
Seit Anfang Juni lastet ein Überangebot auf dem Frühkartoffelmarkt. Im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) gab es in der 23. Woche kurzfristig Neuausrichtungen, die wie die Witterung in Spanien das Blatt demnächst wieder wenden könnten.
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Seit Pfingsten ging es mit dem Frühkartoffelabsatz in Deutschland verbreitet in die Vollen. Lagerkartoffeln bildeten zuletzt fast nur noch im Norden, sowie partiell im Westen und Osten Umsatzschwerpunkte. Bisher konnten Rückstände im Absatz bei einigen betroffenen Vermarktungslinien im LEH mit den wichtigsten Herkünften Ägypten, Israel und inzwischen auch Spanien aber noch nicht aufgeholt werden. Das ist die eine Seite der Marktmedaille.
Überhänge prägen die Stimmungslage
Auf der anderen Seite laufen Programme sehr erwartungsgemäß beziehungsweise wie vereinbart. Überhänge prägten zuletzt jedoch die Stimmungslage. Mittlerweile sind die Marktteilnehmer immer mehr damit beschäftigt, sich mit Reklamationen auseinanderzusetzen. Hier und da ist Ware aus Israel oder Ägypten überlagert, fängt an zu keimen und soll schon mal für „kleines Geld“ in Richtung Osten geliefert werden. Den Lieferungen aus Spanien geht es aufgrund von Beschädigungen nicht besser, wobei die Bemängelung längst nicht in jedem Fall gerechtfertigt sein soll.
Hitzewelle in Spanien
Kaum hatte die Branche jede Menge Probleme ausgemacht, laufen wieder preistreibende Argumente auf. Im Norden wurde regional der Plan der Vermarktung von ausschließlich deutschen Kartoffeln nicht durchgehalten, stattdessen kommen Frühkartoffeln aus Spanien für zwei bis drei Wochen zum Zuge. In Spanien räumen die Mengen in den Regionen mit geringerem Knollenansatz sehr gut. Späte Rodegebiete erleben zurzeit eine weitere Hitzewelle, die zu einer Feldbereinigung der momentan schwierigen Lage führen dürfte. Hinzu kommt, dass ohne Vorberegnung so gut wie nie auf den schweren Böden geerntet werden kann und Wasser in den Talsperren trotz der bisherigen Regenfälle nicht reichlich verfügbar und limitiert wird.
Ausländische Ware könnte knapp werden
Es gibt Lieferanten, die glauben, dass mit dem Eintritt weiterer Ketten des LEH in den Verkauf von Frühkartoffeln aus Spanien diese schneller geräumt sein werden als zurzeit erwartet. Für anhaltende Spannung am Markt ist demnach gesorgt. Ein neues Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage muss sich vor der deutschen Frühkartoffel-Saison also nicht zwangsläufig auf einem nicht mehr zufriedenstellenden, preislichen Niveau für die Erzeuger einpendeln.
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